Was Christbaum und Krippe bedeuten
- Geschmückter Tannenbaum erstmals auf Kupferstich
Weltweit wichtigstes Symbol von Weihnachten ist heute der Christbaum, ein mit Kerzen beleuchteter und oft festlich geschmückter Nadelbaum. Die Tradition ist aber relativ jung. Den ersten mit Kerzen geschmückten Tannenbaum zeigt ein Kupferstich aus dem Jahre 1509 von Lukas Cranach dem Älteren.
Der Baum steht in allen Religionen für das Leben. Die christliche Symbolik des immergrünen Baumes kann vielfältig interpretiert werden. Das Grün galt schon in vorchristlicher Zeit als Zeichen der Hoffnung auf neues Leben mitten im Winter, im Christentum wird diese Farbsymbolik aufgegriffen. Die roten Äpfel oder Kugeln spielen auf den biblischen Paradiesbaum an, von dem Adam und Eva verbotenerweise aßen: Vertreibung aus dem Paradies und weihnachtliche Erlösung durch die Geburt Jesu Christi stehen so in einem engem Zusammenhang. Die Kerzen wollen den Glauben an Christus als Licht der Welt versinnbildlichen.
Ab dem 18. Jahrhundert stehen geschmückte Bäume immer häufiger in den Wohnstuben evangelischer Familien. In katholischen Gebieten hielt man dagegen an der traditionellen Krippenfeier fest, die bei den Protestanten keine Bedeutung hatte. Erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts setzte sich zunächst in Mitteleuropa der Christbaum durch; nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Brauch des liebevoll geschmückten Christbaums weltweit.
In den vergangenen Jahren ist laut kathpress eine bemerkenswerte Renaissance des Krippenbrauchtums festzustellen. In der Heiligen Schrift werden Krippen (Futtertröge) im Zusammenhang mit der Geburt Jesu erwähnt. Beim Evangelisten Lukas heißt es: Maria "gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war". Als Krippe wird auch die ganze figürliche Darstellung der Geburtsszene bezeichnet.
Die erste Krippe soll der Heilige Franz von Assisi 1223 gebaut haben. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts werden Krippendarstellungen in Italien, Spanien, Lateinamerika, Polen, Süddeutschland populär. Einen Höhepunkt erreichte die Krippenbaukunst im Rokoko, insbesondere im Königreich Neapel und in Tirol, später im 19. Jahrhundert auch in Krakau. Die Darstellung des Geschehens von Bethlehem wurde damals ebenso wie heute oft in heimische Gegenden transferiert, Personen des Alltags und Persönlichkeiten der Zeitgeschichte tauchen in der Krippe auf.
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