Montag, 23. Dezember 2002

Zwei Milliarden Christen feiern Weihnachten

  • Die Feier des 25. Dezember als Jesu-Geburt seit dem Jahr 336

Fest der Erlösung, des Friedens, der Liebe: Die Geburt Jesu Christi wird am 24./25. Dezember von rund zwei Milliarden Christen in aller Welt gefeiert. Das genaue Datum von vor etwa 2000 Jahren ist nicht bekannt. Die Feier des 25. Dezember als Geburtsfest Jesu ist erstmals für das Jahr 336 in Rom bezeugt. Die Geburt Jesu bedeutet nach christlichem Verständnis die Menschwerdung Gottes, in Jesus wird Gott "einer von uns".

Wie alle christlichen Hochfeste beginnt auch das Christfest am Vorabend, es hat eine "Vigil", eine Nachtwache, in der man sich, wie kathpress erläuterte, wachend und betend auf das Fest vorbereitet. Als "Heiliger Abend" steht dieser Vorabend heute im Mittelpunkt.

Nach dem Bericht des Evangelisten Lukas waren es Hirten, die zuerst Nachricht von der Geburt Jesu erhielten. Ihnen verkündete ein Engel: "Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt." Schauplatz war Bethlehem. In der nur knapp zehn Kilometer von Jerusalem entfernten Stadt steht die Geburtsbasilika, eine der ältesten bis heute unzerstörten Kirchen der Christenheit, die auf die Zeit Konstantins des Großen zurückgeht.

Auf Grund unterschiedlicher Traditionen feiern Christen verschiedener Kirchen an verschiedenen Terminen. Katholiken, Protestanten und ein Teil der Orthodoxen begehen Weihnachten am 25. Dezember nach dem Gregorianischen Kalender, während ein anderer Teil der Orthodoxie am 25. Dezember nach dem Julianischen Kalender festhält (er entspricht dem 7. Jänner nach dem Gregorianischen Kalender). Der Julianische Kalender gilt unter anderem für die Kirchen von Jerusalem, Russland, Serbien, Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Georgiens und der Ukraine sowie für die koptische und die äthiopische Kirche.

Einige Historiker gehen davon aus, die Kirche habe den Termin 25. Dezember bewusst gewählt, um das von den römischen Kaisern im Jahr 274 eingeführte heidnische "Geburtsfest des unbesiegbaren Sonnengottes" (Sol invictus) neu zu deuten. Christus wurde als "Sonne der Gerechtigkeit" gesehen. Dagegen glauben Vertreter einer "Berechnungshypothese", der Termin sei vom 25. März her errechnet worden, der nach der Tradition als Tag der Empfängnis Jesu gilt.

23.12.2002 09:50