Amnestie für fast 1.000 Gefangene in Südkorea
- Weihnachtsgeste der Regierung
Die südkoreanische Regierung des scheidenden Präsidenten Kim Dae Jung hat eine Amnestie für fast 1.000 Gefangene zu Weihnachten angekündigt. Insgesamt 939 Häftlinge sollen am Dienstag auf freien Fuß gesetzt werden, wie das Justizministerium in Seoul am Montag verlautbarte.
Darunter seien mehrere Dutzend Gefangene, die seit mehr als zehn Jahren unter anderem wegen Vergewaltigung, Menschenhandels und organisierten Verbrechens in Haft säßen. Südkorea begnadigt regelmäßig an wichtigen Feiertagen eine größere Anzahl von Häftlingen. Etwa 17,5 der 46,5 Millionen Südkoreaner sind Christen.
Die jüngste Präsidentenwahl hat der Reformpolitiker und Menschenrechtsaktivist Roh Moo Hyun (56) gewonnen, der den Versöhnungskurs ("Sonnenscheinpolitik") seines mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Vorgängers gegenüber Nordkorea fortzusetzen beabsichtigt. Roh, der sein Amt im Februar antreten wird, setzt sich auch für eine Neubewertung der Beziehungen zu den USA ein. Der Wahlkampf war von einer starken antiamerikanische Stimmung im Land geprägt. Vor acht Tagen waren landesweit eine Viertel Million Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die 37.500 Mann starken US-Truppen im Land zu demonstrieren.
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