Montag, 23. Dezember 2002

Litauen: Präsidentschafts-Entscheidung in Stichwahl

  • Amtsinhaber Adamkus führt vor Exministerpräsident Paksas
  • Keiner konnte absolute Mehrheit verbuchen

Eine Stichwahl am 5. Jänner wird über den künftigen litauischen Präsidenten entscheiden. In der ersten Wahlrunde am Sonntag erreichte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit, wie die Zentrale Wahlkommission in Vilnius erklärte. Vorläufigen Ergebnissen zufolge erzielte Amtsinhaber Valdas Adamkus 32 Prozent der Stimmen, der frühere Ministerpräsident Rolandas Paksas 22 Prozent. An dritter Stelle lag Parlamentspräsident Arturas Paulauskas, der 1998 in der Stichwahl Adamkus unterlegen war.

"Litauen hat heute die erste Hälfte des Jobs erledigt", sagte Adamkus vor Anhängern in der Hauptstadt. "Ich glaube, die Leute werden mir erlauben, die Arbeit zu beenden, die ich vor fünf Jahren begonnen habe." Der 76-jährige ehemalige US-Bürger trug dazu bei, dass der Staat im Baltikum Beitrittseinladungen der EU und der NATO erhielt. Paksas, der inzwischen als Kunstflieger arbeitet, zeigte sich seinerseits zuversichtlich, dass er Adamkus in der Stichwahl besiegen werde.

Der Drittplatzierte Paulauskas wies mit 9 Prozent der Stimmen bereits einen deutlichen Rückstand auf. Insgesamt kandidierten 17 Bewerber für das Amt des litauischen Präsidenten. Ergebnisse wurden Montag früh erwartet.

Bei der dritten Präsidentenwahl seit der Unabhängigkeit von Moskau im Jahr 1991 waren 2,7 Millionen Bürger wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 52 Prozent, erwartet hatte die Zentrale Wahlkommission eine Beteiligung von 70 Prozent nach 73 Prozent vor vier Jahren. Neben dem Staatspräsidenten waren am Sonntag auch Stadt- und Gemeinderäte zu wählen. Um die 1.560 Mandate bewarben sich Kandidaten aus 26 Parteien. Ersten Ergebnissen zufolge lagen hier die Sozialdemokraten und die Liberale Union in Führung.

23.12.2002 07:30