Montag, 23. Dezember 2002

UNO bestätigt Vorbereitungen auf Irak-Krieg

  • Vereinte Nationen rechnen mit 900.000 Flüchtlingen
  • Plus: Russland warnt vor Irak-Militäreinsatz

Die Vereinten Nationen haben Geberländer um 37,4 Millionen Dollar für humanitäre Hilfe im Fall eines Angriffs auf Irak gebeten. Wie UNO-Sprecher Fred Eckhard am Montag in New York bestätigte, erging eine entsprechende Aufforderung bei einem Treffen von UNO-Hilfsorganisationen mit Geberländern am 13. Dezember in Genf. Die Vereinten Nationen träfen seit geraumer Zeit Vorbereitungen für humanitäre Hilfe im Fall einer möglichen Militäraktion gegen den Irak. Zugleich erwarte man, dass der Irak die Chance der Rüstungsinspektionen ergreife, um eine solche Militäraktion abzuwenden, sagte Eckhard.

Einen Bericht der Londoner Zeitung "The Times" vom Montag könne er nicht bestätigen. Darin hieß es, die UNO bereitete sich für einen Krieg vor, in dem die irakische Ölproduktion zum Erliegen komme, das Elektrizitätssystem beschädigt werde und mit Unruhen in der Bevölkerung sowie 900.000 Flüchtlingen zu rechnen sei. Eckhard betonte, niemand könne wissen, ob es zu einem Krieg kommen werde. Es sei jedoch angebracht, ein Mindestmaß an Vorsorge zu treffen. Ob es Geldzusagen für den Hilfsfonds für den Irak gegeben habe, sei noch nicht bekannt.

Ron Redmond, Sprecher des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR), sagte in Genf, die UNO bezöge die Gefahr von Engpässen an Nahrungsmitteln, Trinkwasser, winterfesten Unterkünften und anderen grundlegenden Lebensnotwendigkeiten in ihre Überlegungen ein. Die UNO sähen auch das Risiko, dass eine große Zahl Menschen innerhalb des Irak oder über dessen Grenzen hinaus vertrieben werden könnten.

Putin warnte bereits vor Tagen vor Krieg
Russlands Außenminister Iwanow sprach sich am Sonntag gegen einen US-Angriff aus. Präsident Wladimir Putin hatte bereits vor mehreren Tagen davor gewarnt, dass es keine Regelung des Irak-Problems außerhalb des Rahmens der Vereinten Nationen geben dürfe. Anlässlich des Besuches des jemenitischen Präsidenten Ali Abdallah Saleh in Moskau hatte Putin am Dienstag erklärt, Russland könnte es nicht hinnehmen, sollten nicht die dem UNO-Sicherheitsrat zur Verfügung stehenden Mechanismen zur Anwendung kommen.

23.12.2002 07:11