Mittwoch, 25. Dezember 2002

Zwei Brände in der Weihnachtsnacht in Kärnten

  • Dachstuhlbrand im Flachgau - Hausbewohner in Sicherheit
  • Wien: Weihnachtskerzen lösten zwei Wohnungsbrände aus

Zwei Kärntner Familien wurden in der Weihnachtsnacht durch Brände obdachlos. In Wernberg (Bezirk Villach-Land) musste die Feuerwehr zwei Menschen aus einem brennenden Wohnhaus retten. In St. Kanzian (Bezirk Völkermarkt) weckte ein Nachbar die Familie rechtzeitig auf, sodass sie das Haus gerade noch unversehrt verlassen konnte. In Wien kam es zu zwei Bränden, die durch Weihnachtskerzen ausgelöst wurden. Bei einem Dachstuhlbrand im Flachgau kamen sechs Menschen mit dem Schrecken davon.

Aus ungeklärter Ursache war in der Küche eines Einfamilienhauses im Kärntner Föderlach, Gemeinde Wernberg, am Mittwoch gegen 1.00 Uhr ein Brand ausgebrochen. Die Frau wurde munter, als die Küche bereits in hellen Flammen stand. Sie weckte ihren Mann und die beiden Töchter, acht und 16 Jahre alt, und konnte sich mit einem der Kinder ins Freie in Sicherheit bringen. Der Mann und das zweite Mächen konnten von Nachbarn mit einer Leiter aus dem Obergeschoß gerettet werden.

Beide Kinder sowie die Eltern wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins LKH Villach eingeliefert, aber nach stationärer Behandlung am Mittwochmorgen wieder entlassen. Lisa (8) blieb noch zur Beobachtung im Spital.

Der Brand war gegen ca. 1.00 Uhr in der Küche ausgebrochen und breitete sich rasch aus. Die Hausfrau war nach einem Geräusch munter geworden, auch der Hund schlug an. Die Frau hielt Nachschau im Erdgeschoss. Als ihr Rauch entgegen drang, weckte sie ihren Mann und ihrer beiden Kinder, die noch im Obergeschoss schliefen. Das Haus wurde fast zur Gänze ein Raub der Flammen, der Schaden beträgt ersten Schätzungen zufolge etwa 250.000 Euro.

Als Lebensretter fungierte in Wasserhofen, Gemeinde St. Kanzian, in der Weihnachtsnacht ein 27-jähriger Mann. Er bemerkte, dass es im Haus seines Nachbarn, einem 34-jährigen Tischler, brannte. Da niemand öffnete, drang er in das Gebäude ein und weckte die Familie auf. Der Mann, seine Frau und die beiden zwei- und dreijährigen Kinder konnten unverletzt das Haus verlassen, der Retter erlitt eine Rauchgasvergiftung. Insgesamt 130 Feuerwehrleute bekämpften den Brand, die Höhe des entstandenen Schadens war vorerst, ebenso wie die Brandursache, nicht bekannt.

Dachstuhlbrand im Flachgau
In der Nacht auf Mittwoch ist in Hallwang-Esch (Flachgau) ein Dachstuhl eines Wohnhauses völlig niedergebrannt. Sechs im Haus anwesende Personen konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen, teilte die Gendarmerie mit. Die Höhe des Schadens dürfte über 300.000 Euro betragen.

Beim Eintreffen der Gendarmeriepatrouille brannte der Dämmstoff am Dachstuhl des Hauses der Familie S. lichterloh. Die Flammen wurden bereits durch die Freiwillige Feuerwehr Hallwang bekämpft. Der Brand breitete sich in kurzer Zeit über den gesamten Dachstuhl des L-förmig angelegten Hauses aus. Die Feuerwehren Hallwang, Eugendorf, Seekirchen und Elixhausen waren mit insgesamt 120 Mann und 15 Fahrzeugen bei der Brandbekämpfung im Einsatz.

Zwei Wohnungsbrände in Wien
Gleich zwei Mal musste die Wiener Feuerwehr am Dienstag Abend zu Wohnungsbränden ausrücken, die durch Weihnachtskerzen verursacht wurden. Ein Mann erlitt eine Rauchgasvergiftung. Die Höhe der Sachschäden war vorerst nicht bekannt.

Der erste Einsatz erfolgte kurz vor 19.00 Uhr in der Großen Sperlgasse in Wien-Leopoldstadt. Eine zu nahe bei einem Fenster aufgestellte Weihnachtskerze ließ die Scheibe zerspringen. Die Feuerwehr konnte den Brand innerhalb kurzer Zeit löschen. Die Wohnungsinhaberin blieb unverletzt.

Kurz nach 20.00 Uhr wurden Löschmannschaften in die Engelsberggasse in Wien-Landstraße gerufen. Ein Mieter hatte eine brennende Kerze vergessen, die Flammen breiteten sich in kürzester Zeit im ganzen Zimmer aus. Der Mann schaffte es trotz einer Rauchgasvergiftung, auf den Gang zu laufen und Hilfe zu holen. Die Bekämpfung des Feuers und die Nachsorge dauerten rund zwei Stunden. Der Mieter wurde zur Kontrolle in ein Spital gebracht.

Kerze löst auch im Burgenland Brand aus
Brandalarm gab es am Heiligen Abend auch für die Feuerwehr in Piringsdorf (Bezirk Oberpullendorf): Während eine Familie am Abend Verwandte besuchte, brach durch eine auf einem Kasten vergessene Kerze im Wohnzimmer Feuer aus. Als die Hausbewohner gegen 22.00 Uhr zurückkehrten, schlugen ihnen bereits dichte Rauschwaden entgegen, berichtete die Sicherheitsdirektion am Mittwoch.

Nachdem der Hausbesitzer mit einem Handfeuerlöscher die Flammen nicht eindämmen konnte, wurde die Feuerwehr alarmiert, die mit 38 Mann ausrückte und den Brand unter Einsatz von Atemschutz löschte. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt. Die Höhe des entstandenen Sachschadens stand zunächst nicht fest.

25.12.2002 10:20