Montag, 23. Dezember 2002

Oö. Bankangestellte ließ 235.000 Euro verschwinden

  • Aus Kundengeldern Veruntreuungen bei Sparverein abgedeckt

Eine inzwischen entlassene 57-jährige Bankangestellte aus Oberösterreich hat in der Zeit zwischen 1994 und 2001 insgesamt etwas mehr als 235.000 Euro veruntreut. Das Geld stammte zunächst aus einen Sparverein, bei dem sie als Kassierin tätig war. Später hat sie die Fehlbeträge ersetzt, indem sie Konten der Bankkunden plünderte. Das gab die Sicherheitsdirektion für Oberösterreich am Montag in bekannt.

Die Ermittlungen ergaben, dass sich die Bankangestellte insgesamt 338 Mal an den Guthaben der Mitglieder des Sparvereines vergriff. Sie gab das Geld für den persönlichen Bedarf aus. Damit die Veruntreuungen nicht auffielen, beschaffte sie sich ab 1998 auf kriminelle Weise Geld aus ihrer Bank. Außerdem vernichtete sie alle Unterlagen des Sparvereines wie Kasseneingangsbücher und - bis auf eine Ausnahme - alle Sparbücher. Der Sparverein blieb somit letztlich ohne Schaden.

Fälschung & Manipulation
In der Bank griff sie aber auf Gehaltskonten, eigenmächtig erstellte Unterkonten und Sparbücher von verschiedenen Bankkunden zu. Dazu fälschte sie Bankbelege und verübte Manipulationen am computerunterstützten System der Bankfiliale, in der sie arbeitete. Alles blieb lange Zeit unentdeckt, weil sie zu den geschädigten sechs Kunden ein gutes persönliches Verhältnis pflegte. Verdächtig machte sie sich erst, als sie sich von ihnen Geld zur Abdeckung der Fehlbeträge borgen wollte. Nach dem Auffliegen der Affäre hat die Bank alle schadlos gehalten, sie ist somit nunmehr der einzige Geschädigte.

Die Sicherheitsbehörden haben die Frau wegen Veruntreuung, des gewerbsmäßigen schweren Betruges, des betrügerischen Datenverarbeitungsmissbrauches sowie der Urkundenunterdrückung bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

23.12.2002 13:31