Schily: Internetkriminalität ist spürbare Bedrohung
- Rau plädierte für "internationale Strafrechtsbestimmungen"
Der über das Internet angebahnte Kannibalismus-Fall hat die Politik aufgeschreckt. Nach Ansicht des deutschen Innenminister Otto Schily (SPD) hat sich die "Internetkriminalität zu einer sichtbaren und spürbaren Bedrohung für die Informationsgesellschaft entwickelt", sagte er der "Welt am Sonntag" (WamS). Angesichts dieser Bedrohung für die Informationsgesellschaft habe es sich die Bundesregierung zur Aufgabe gemacht, jede Form der Kriminalität im und durch das Internet zu bekämpfen.
Schily sagte weiter, er halte es für unbedingt geboten, alle rechtlichen und technischen Möglichkeit laufend neu zu prüfen, um auch mit modernsten und schnellen Maßnahmen gegen Computerkriminalität vorhegen zu können. Mit Hilfe des Internets würden mühelos Ländergrenzen übersprungen. Dabei werde verstärkt versucht, nationale Regelungen zum Schutz der Internet-Gemeinde auszuhebeln. Bundespräsident Johannes Rau plädierte in der "WamS" deshalb "für internationale Strafrechtsbestimmungen". "Leider sind wir da noch nicht weit voran gekommen", sagte er weiter.
Der Kannibale
Ein 41-Jährige Mann Rotenburg an der Fulda hatte vor knapp zwei Wochen gestanden, im März 2001 einen 42 Jahre alten Mann aus Berlin vor laufender Videokamera erstochen und das Fleisch des Toten zunächst tiefgefroren und später gegessen zu haben.
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