Monti: EU-Entscheidung zu Microsoft Anfang 2003
- Vorwurf gegen Missbrauch der Marktmacht
EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti will seine Untersuchung zu einem mutmaßlichen Marktmissbrauch der Microsoft Corp, Redmond, in den kommenden Monaten abschließen. Es sei "jetzt realistisch, eine endgültige Bewertung in der ersten Hälfte des kommenden Jahres zu erwarten", hieß es in einer Abschrift.
Der US-Softwarekonzern war im vergangenen Monat aus einer ähnlichen Untersuchung in den USA weitgehend unbeschadet hervorgegangen. Monti machte jedoch erneut deutlich, dass die Fälle in den USA und Europa "faktisch und rechtlich" unterschiedlich gelagert seien. Die Kommission könnte daher von der US-Regierung "verschiedene Änderungen in gewissen Bereichen" verlangen, habe er den Abgeordneten erklärt.
Microsoft: Missbrauch der Marktmarkt?
Die EU-Wettbewerbshüter gehen seit Jahren vor allem dem Vorwurf nach, Microsoft missbrauche seine Marktmacht bei Betriebssystemen. Sollten sie zu diesem Ergebnis kommen, droht dem Konzern eine Geldbuße sowie eine stärkere Öffnung von Quellcodes, um anderen Herstellern den Zugang zu Windows zu ermöglichen.
Beschränkungen bei neueren Märkten möglich
Auch in neueren Märkten, wie etwa bei Handcomputern oder Mobiltelefonen, könnten Microsoft Beschränkungen drohen, wie Monti angedeutet habe. Die Kommission geht dabei auch Vorwürfen von Konkurrenten nach, Microsoft benutze ihre starke Marktposition, um den neuen und schnell wachsenden Markt für das Versenden elektronischer Post zu dominieren.
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