Montag, 16. Dezember 2002

Skiurlaub: Winterruhe wird zum Klangerlebnis

  • Handy wird zum Rund-um-die-Uhr-Begleiter der Skitouristen

"Wetter in Kitzbühel: heiter bei 0 Grad; Schneelage Bergstation: 15 cm" Die SMS-Frohbotschaft kommt um 8:15 Uhr und soll den ahnungslosen Skigast gleich an seinem ersten Urlaubstag rechtzeitig raus aus dem Bett und rauf auf die Piste jagen. Der Mobilfunk hat die Winterruhe gebrochen.

So richtig wird das dem Gast im Frühstückssaal bewusst. "Liftkarte via SMS" heißt das Zauberwort. Dauert zwar noch genau so lange wie Schlangestehen an der Liftkasse, aber man sitzt zumindest im Warmen, und: Wenn 50 Frühstücksgäste beim Kartenkauf binnen Minuten mindestens drei SMS empfangen, wird das Frühstück zum wahren Klangerlebnis.

Anlauf mit Problemen
Angekommen am Lift hat das Ticket-Buchen via Handy nicht geklappt? Macht nichts, das freundliche Liftpersonal kennt sich aus und nach 35 Minuten gemeinsamen Werkens funktioniert's.

SMS-Unfallversicherung
Wer nach diesen Aufregungen schon auf der Bergfahrt an seiner Tagesform zweifelt, für den hat die Mobilfunkwelt sich etwas Besonderes ausgedacht. "Gibt's Gips, gibt's Geld!" heißt es da auf einem Plakat in der Talstation. Via SMS kann der mutige Sportler auf dem Weg zum Gipfel noch schnell eine Unfallversicherung abschließen.

Die SMS-Flut
Kurz vor der Bergstation werden die Vorteile der mobilen Kommunikation dann richtig deutlich. Die automatische SMS-Info 100 Meter unter dem Gipfel: "Lifte in Betrieb: 10; Pistenverhältnisse: Talabfahrt nicht möglich sonst guter Zustand." Wen es jetzt nicht mehr freut, der kann in der Gondel sitzen bleiben und wieder talwärts fahren. Und wer oben bleibt, der verpasst dank mobiler Info nicht die letzte Talfahrt. Rechtzeitig eine Stunde davor kommt der SMS-Alarm: "Achtung: letzte Liftfahrt mit dem Hahnenkamplift um 17 Uhr"

Im Tal angekommen hat die Tourismusgemeinde in Zukunft schon die nächste Info bereit: Die SMS verrät die nächsten Apres-Ski-Parties oder empfiehlt Wellness zum Relaxen. Bezahlt wird wie schon beim Mittagessen auf der Hütte bargeldlos via Handy, Uhr, Handschuh oder KeyCard. Und wenn eine Apres-Ski-Hütte für den Geschmack des Gastes einmal zu teuer ist, dann kann er dies via SMS-Voting kundtun.

Vom Apres-Ski geht es ins Nachtleben. Am Hauptplatz entstehen interaktive Kunstprojekte, bei denen jeder Gast mittels SMS Farbbälle auf eine weiße Tafel schießen lassen kann. Wem das noch zu wenig gruppendynamisch ist, für den hält das Handy ein Dating-Service bereit. Danach beginnt die handy-freie Zeit. Erst um 8:15 Uhr geht's wieder los....

Handy darf nicht belästigen
"Das Handy darf den Gast nicht belästigen, die Info muss spannend sein und muss einen Mehrwert haben", sagt Peter Lohmann von der Mobilkom. Und das Beste daran: Wer so viel mobilen Service doch nicht will, kann ihn jederzeit wieder abbestellen.

16.12.2002 12:41