Montag, 16. Dezember 2002

Herr der Ringe: 70.000 computer-animierte Kämpfer

  • Software namens "Massive" erzeugt Künstliche Intelligenz
  • PLUS: Die Game-Screenshots & die Bilder der Premiere

Diese Woche läuft "Der Herr der Ringe - Die zwei Türme" in den österreichischen Kinos an. Die Zuschauer werden dabei mit einer der größten Schlachten der Kinogeschichte konfrontiert. Im Kampf um die Festung "Helms Klamm" sind 70.000 Orks zu sehen. Diese sind computeranimiert und jeder Einzelne von ihnen ist mit einer eigenen Künstlichen Intelligenz (KI) ausgestattet.

Die Massenszene werden mittels einer von Stephen Regelous hergestellten Software names "Massive" generiert. Bereits 1996 hatte dieser auf Anfrage von Regisseur Peter Jackson mit der Arbeit am Programm begonnen, wie das US-Onlinemagazin 'Wired' berichtet. "Massive" arbeitet mit Agents, von denen es jeweils einen für jedes darzustellende Objekt gibt. Ausgestattet mit individuellen Eigenschaften wie Kleidung, Sichtfeld oder Laufgeschwindigkeit wird die Berechnung des Verhaltens jedes Agents von seinem jeweiligen Standpunkt aus einzeln berechnet.

Realismus pur: Pannen nicht ausgeschlossen
Jedes Objekt verfügt dabei über tausende KI-Knoten, die über eine Fuzzy-Logic interpretiert werden. Das Verhalten wird dadurch so realistisch, dass selbst einige Pannen nicht ausgeschlossen sind. Bei einem Testlauf der Software, berichtete Regelous, wurden jeweils 1.000 silberne und goldene Kämpfer aufeinander losgelassen. Die Künstliche Intelligenz einiger Agents kam dabei zu dem Schluss, dass Flucht die beste Option für das Überleben wäre.

Selbst Jackson wurde getäuscht
Selbst Regisseur Peter Jackson soll bei der Betrachtung des fertigen Films nicht mehr erkannt haben, welche Szenen von Komparsen und welche mittels der "Massive"-Software dargestellt wurden. Die exklusiv entwickelte Software soll demnächst für 40.000 Dollar pro Lizenz am Markt erhältlich sein.

Weitere Informationen:

  • Wired-Artikel
  • Massive-Software-Website

    16.12.2002 10:03