Venezuela-Streik und Irak-Krise verteuern Öl weiter
- Händler fürchten Fortbestand der schwierigen Lage

Der andauernde Streik in Venezuela und die Angst vor einem Krieg der USA gegen den Irak haben den Ölpreis weiter in die Höhe getrieben. Mit 29,79 Dollar (28,97 Euro) je Barrel (knapp 159 Liter) erreichte der Terminkontrakt für die marktführende Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Februar am Dienstag zeitweise ein Dreimonatshoch. US-Öl verteuerte sich in der Spitze mit 32 Dollar sogar auf ein Zwei-Jahres-Hoch.
Schon am Vortag war der Ölpreis um 1,38 Dollar auf 29,75 Dollar gestiegen. Händler fürchten vor allem, dass der seit vier Wochen andauernde Streik in Venezuela bis ins neue Jahr anhalten und so mit einem Krieg gegen das Ölförderland Irak zusammenfallen könnte. Der Anstieg des Ölpreises verteuert die Energiekosten weltweit und dämpft damit auch die Aussichten für eine Erholung der Weltkonjunktur.
"Es behindert das wirtschaftliche Wachstum. Es ist eine Steuer für Verbraucher und Unternehmen, und geopolitische Spannungen bedeuten auch, dass Investoren sich zurückhalten", erklärte Analyst Frank Packer von Nikko Salomon Smith Barney in Tokio. Der Generalstreik in Venezuela hat die Ölförderung und die Exporte auf etwa ein Zehntel der normalen Menge von täglich rund 3,1 Millionen Barrel gedrückt. Die Organisatoren des Streiks, die den Rücktritt von Präsident Hugo Chavez verlangen, lehnten eine Aussetzung über die Feiertage ab. Seine Gegner machen Chavez für die Rezession in Venezuela verantwortlich.
Venezuela ist der viertgrößte Öllieferant der USA, die aus dem Land normalerweise 13 Prozent ihrer Ölimporte beziehen. US-Politiker befürchten, dass die Ölversorgung gerade in der winterlichen Heizperiode unterbrochen werden könnte.
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