Teures Weihnachten in Italien
- Konsumentschützer errechneten seit Euroeinführung für Familien Mehrausgaben von 1.500 Euro
Die Teuerungswelle nach der Einführung des Euro bremst die Kauflust der Italiener. Die Geschäftsleute klagen über einen starken Konsumrückgang. Das Motto der Weihnachtszeit lautet: Sparen. Laut Berechnungen der italienischen Konsumentenschutzverbände hat jede italienische Familie seit der Euro-Einführung Mehrausgaben in Höhe von 1.500 Euro gemeldet. Von den Lebensmitteln über die öffentlichen Verkehrsmittel bis zu den Mieten, alles sei teuerer geworden, klagen die Verbraucherorganisationen.
Im Feinschmeckerparadies Italien wird an diesem Weihnachten auch auf die Ausgaben für Lebensmittel geachtet. Laut dem Konsumentenschutzverband Codacons kletterten die Nahrungsmittelpreise seit Jahresbeginn um durchschnittlich 17 Prozent. Die modebewussten Italiener schnallen auch in punkto Kleider den Gürtel enger. Schuhe und Kleider seien um 8,8 Prozent teurer geworden. Auch die Ausgaben für das Auto, öffentliche Verkehrsmittel, Gas und Wasser belasten die Briefttaschen der Italiener.
Die Konsumenten befürchten eine weitere Teuerungswelle in den ersten Monaten 2003. Die Bahntickets werden um 4,5 Prozent erhöht, auch die Fernsehgebühren und die Autobahnmauten werden in den nächsten Wochen um zirka 3 Prozent teurer. "Euro, der Betrug des Jahrhunderts", lautet der Titel eines jüngst veröffentlichten Buches mit Ratschlägen für Konsumenten, die ihren Geldbeutel vor der Teuerungswelle retten wollen.
Der Preisanstieg belastet auch die Regierung. Nach Angaben des nationalen Statistikamts Istat kletterte die Inflation in den größeren Städten im Dezember auf 2,9 Prozent. Das Statistikamt plant in den nächsten Tagen eine Revision des Warenkorbs. Die Konsumenten hatten in den vergangenen Wochen Istat öfters vorgeworfen, die Inflation auf Grund eines unangemessenen Warenkorbs aus 568 Produkten und Dienstleistungen zu berechnen. Dieser entspreche nicht dem Konsum der italienischen Durchschnittsfamilie.
Um den Konsum anzukurbeln, versucht der italienische Einzelhandel, der Konsumflaute mit drastischen Preissenkungen entgegenzuwirken und Rabatt-Kupons die Kauflust der Verbraucher zu wecken. Sogar eine TV-Kampagne setzt auf das soziale Bewusstsein der Konsumenten, um sie zum Kaufen anzuregen.
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