Rekordstrafe gegen Philip Morris drastisch verringert
- Raucherin soll statt 28 Mrd. "nur" 28 Mio. Dollar erhalten
Der Tabakkonzern Philip Morris muss entgegen einer bisherigen Gerichtsentscheidung doch keine 28 Milliarden Dollar (27,3 Mrd. Euro) an eine krebskranke Raucherin zahlen. Ein Gericht in Los Angeles nannte die Rekordstrafe übertrieben hoch und verringerte sie drastisch: Die 64 Jahre alte Klägerin Betty Bullock soll jetzt "nur" 28 Millionen Dollar (27,2 Millionen Euro) Entschädigung von Philip Morris erhalten. Das Unternehmen, das ein neues Verfahren gefordert hatte, kündigte weitere rechtliche Schritte an.
Unter den gegebenen Umständen seien 28 Millionen Dollar eine angemessene Summe, sagte Richter Warren Ettinger am Mittwoch. Er folgte der Entscheidung der Geschworenen vom Oktober, wonach der Tabakkonzern zumindest zum Teil für die Krebserkrankung von Bullock verantwortlich sei. Die Frau hatte im Alter von 17 Jahren angefangen zu rauchen. Im vergangenen Jahr wurden bei ihr Lungen- und Leberkrebs diagnostiziert.
Philip Morris hatte gegen den Spruch der Geschworenen Berufung gegen eingelegt. Bullock seien die Gefahren des Rauchens bekannt gewesen, und sie sei 40 Jahre lang von ihren Ärzten und ihrer Familie davor gewarnt worden, sagte ein Justiziar des Unternehmens, William Ohlemeyer nach dem ersten Urteilsspruch. Bullocks Verteidiger Michael Piuze hatte hingegen erklärt, der Konzern habe seit den fünfziger Jahren mit seinen Werbekampagnen gezielt versucht, die Risiken des Rauchens zu vertuschen.
Die 28 Milliarden Dollar wären die höchste Entschädigung gewesen, die ein Geschworenengericht jemals einem Einzelkläger zugestanden hat. Die bisher höchste Summe liegt bei drei Milliarden Dollar; sie wurden im Juni vergangenen Jahres dem mittlerweile verstorbenen krebskranken Exraucher Richard Boeken zugesprochen. Auch dieser Betrag wurde jedoch später verringert.
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