Donnerstag, 19. Dezember 2002

Nasdaq Deutschland startet am 21. März

  • Börse-Start mit 240 Aktienwerten
  • Plus: Börse-Quiz & Tipps für Hobbyspekulanten

In der deutschen Börsenlandschaft zeichnet sich eine neue Runde des Wettbewerbs ab. Die Nasdaq Deutschland AG wird unter dem Dach der fusionierten öffentlich-rechtlichen Börse Berlin-Bremen am 21. März 2003 starten. An der Nasdaq Deutschland sollen rund 240 deutsche und internationale Aktien der wichtigsten Indizes gehandelt werden.

"Wir starten am 21. März mit einer großen Zahl von Kreditinstituten", sagte der stellvertretende Vorstandschef der Nasdaq Deutschland, Axel Schubert, am 25. Februar anlässlich der ersten Aufsichtsratssitzung in Bremen. Die neue Privatanlegerbörse werde mit rund 240 Aktienwerten an den Start gehen, bestehend aus Werten aus den nationalen Indizes Dax, Mdax, dem neuen TecDax sowie Dow Jones 30 und Nasdaq 100.

An der Nasdaq Deutschland sind neben der US-Muttergesellschaft die Commerzbank und deren Tochter Comdirect, die Dresdner Bank sowie die Regionalbörsen Berlin und Bremen beteiligt. Als Vorstandschef von Nasdaq Deutschland habe der Aufsichtsrat den Chef der Nasdaq Europe, Jim Weber, bestimmt, sagte Schubert.

Er bekräftigte, dass die aus der Verschmelzung der Regionalbörsen Berlin und Bremen hervorgehende Nasdaq Deutschland für weitere Banken als Partner offen sei. Derzeit bereiteten sich über den Kreis der Gründungsmitglieder hinaus über 30 weitere Kreditinstitute aus Deutschland und Österreich mit Simulationen auf eine Teilnahme vor.

Das Vorhaben fällt in eine Zeit, in der alle Börsen mit rückläufigen Umsätzen bei Aktien zu kämpfen haben und sich vor allem Privatanleger immer weniger am Aktienmarkt engagieren. Auf Grund der Flaute an den Aktienmärkten hatte sich die Nasdaq bereits aus ihrem verlustreichen Engagement in Japan zurück gezogen und ihren ehrgeizigen Plan für ein weltumspannendes, ganztägig zugängliches Handelssystem auf Eis gelegt. Auch die vor gut zwei Jahren gestartete Nasdaq Europe hatte mit sehr geringen Börsenumsätzen zu kämpfen. John Hilley, Chef der US-Muttergesellschaft und Aufsichtsratsvorsitzende der Nasdaq Deutschland, zeigte sich dennoch zuversichtlich für den Erfolg des Deutschland-Projekts.

Das Berliner Abgeordnetenhaus und der Bremer Senat müssen Schubert zufolge noch die Staatsverträge für die Fusion der beiden Börsen verabschieden. Dies soll in der ersten März-Hälfte geschehen. Dadurch werde sich der Start der Nasdaq Deutschland aber nicht verzögern, betonte Schubert.

19.12.2002 11:48