Computerspiele-Hersteller JoWooD mit Megaverlust
- Bis September 42,9 Mio. Euro Betriebsverlust angehäuft
- Die Belegschaft soll halbiert werden

Bei dem in akute Schieflage geratenen steirischen Computerspiele-Hersteller JoWooD, der bis September 42,9 Mio. Euro Betriebsverlust angehäuft hat, hängt die Umsetzung des Sanierungskonzepts und der Fortbestand der Gesellschaft weiterhin vom Erfolg der Investoren- und Bankengespräche ab.
Die Aktionäre des schwer angeschlagenen Computerspiele-Herstellers JoWooD haben in der außerordentlichen Hauptversammlung den Antrag des Aufsichtsrats auf eine Erhöhung des Grundkapitals um bis zu 5 Mio. Euro einstimmig angenommen. Dies gab JoWooD Mittwochnachmittag ad hoc bekannt.
Demnach soll das Grundkapital des börsenotierten Unternehmens unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre wie geplant von 7,637.161 Euro auf bis zu 12,637.161 Euro aufgestockt werden. Bis zu 5 Mio. Stück auf den Inhaber lautende Aktien im Nominale von je einem Euro und zum Ausgabepreis von mindestens 1,00 Euro will JoWooD dabei emittieren. Die Zeichnungsfrist endet am 10. Jänner 2003.
Zur Umsetzung des Sanierungskonzepts ist laut Unternehmensangaben eine "massive Fokussierung auf das Entwicklungsgeschäft mit einer Zusammenlegung mehrerer Standorte" geplant. Um sich voll auf das Kerngeschäft, die Entwicklung von Computerspielen im oberen Preissegment, zu konzentrieren, werde JoWooD etwa die Hälfte seiner bisher rund 280 Mitarbeiter abbauen, hieß es weiter. Außerdem erfolge die Trennung vom jetzigen Finanzvorstand Andreas Wiedwald.
Mittlerweile liegen auch die unter Einbeziehung des Wirtschaftsprüfers ermittelten Ergebnisse des dritten Quartals vor. Wie bereits angekündigt belief sich der Umsatz der ersten neun Monate 2002 auf 34,8 Mio. Euro (vor Restrukturierungsmaßnahmen). Das Betriebsergebnis vor Sanierungskosten lag bei -3,7 Mio. Euro, der Konzernverlust bei 5,24 Mio. Euro und das Ergebnis nach Minderheiten bei -3,3 Mio. Euro.
Unter Berücksichtigung der Restrukturierungsaufwendungen erreichte der Umsatz in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres 30,2 Mio. Euro, das Betriebsergebnis (EBIT) -42,9 Mio. Euro, das Konzernergebnis -34,7 Mio. Euro und das Ergebnis nach Minderheiten -30,4 Mio. Euro.
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