Dienstag, 17. Dezember 2002

Noch kein Ende der Pleitewelle in Sicht!

  • Heuer 1,5 Prozent mehr Firmenzusammenbrüche

Ein Ende der Pleitewelle ist nicht in Sicht. Die Zahl der Firmenzusammenbrüche in Österreich stieg heuer gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent auf 5.254 Insolvenzen. Die Passiva blieben mit 3,5 Mrd. Euro unverändert hoch. In einer Zeit schwachen Wirtschaftswachstums sei dies aber "ein achtbares Ergebnis", so der Leiter der Insolvenzabteilung im Kreditschutzverband von 1870, Hans- Georg Kantner.

Dem Horrorszenario in Deutschland, wo die Pleiten um 30 Prozent zulegten, sei man in Österreich entkommen. Allerdings schlitterten auch in Österreich pro Arbeitstag 21 Firmen in die Pleite. Für 2003 erwartet Kantner keine Entspannung. Die Zahl der Pleiten und die Höhe der Passiva werden sich in der Größenordnung des laufenden Jahres bewegen.

Von den insgesamt 5.254 Insolvenzen wurden heuer 2.812 Verfahren eröffnet gegenüber 2.939 Fälle im Vorjahr. Die Zahl der betroffenen Dienstnehmer ging heuer um elf Prozent auf 23.500 zurück.

Zahl der Konkursanträge kräftig gestiegen
Kräftig angestiegen sind hingegen wieder die Mangels Masse abgewiesenen Konkursanträge und zwar um 9,1 Prozent auf 2.442 (2.239) Fälle. In diesen Fällen können die Unternehmen nicht einmal den Kostenerlag von 3.500 Euro erbringen. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, fordert der KSV, dass abgewiesene Konkurse genau untersucht werden. Nach Berechnungen des KSV sind rund vier bis fünf Prozent der Insolvenzursachen insgesamt betrügerische Handlungen. Bei den abgewiesenen Konkursen ist dieser Anteil laut Kantner doppelt so hoch.

Die Pleite der Buch- und Medienhandelskette Libro hat auch heuer wieder die Insolvenzstatistik mit Passiva von rund 350 Mio. Euro angeführt. Rang zwei hält die von der Pleite der deutschen Babcock getroffene AE Energietechnik mit Passiva von 165 Mio. Euro, gefolgt von der Cybertron Telekom Gruppe mit Passiva von 96 Mio. Euro und dem Glasfasernetzerzeuger i-21 Future Communication GmbH mit 70 Mio. Euro.

17.12.2002 13:54