Ölpreise klettern wieder nach oben
- Streik in Venezuela & drohender Irak-Krieg als Ursache
- Rohöl auf über 29 Dollar pro Barrel

Die Ölpreise steigen wieder an: Die Angst vor einem drohenden Irak-Krieg, der Streik in Venezuela sowie gesunkene Erdöl-Lagerbestände in den USA haben am Donnerstag in Europa einen Anstieg der Ölpreise ausgelöst.
Die nun rund einen Monat andauernden Streiks in der venezolanischen Ölindustrie sorgten Marktteilnehmern zufolge für einen Rückgang der US-Lagerbestände Ende Dezember. In der Regel erhöhen geringere Lagerbestände die Nachfrage nach Öl und führen somit zu einem Preisanstieg. Das American Petroleum Institute (API) hatte am Dienstag mitgeteilt, die Öl-Bestände in US-Lagern seien in der Woche zum 27. Dezember um 9,13 Mio. Barrel auf 277,5 Mio. Barrel zurückgegangen.
An der Londoner International Petroleum Exchange (IPE) reagierten die Ölpreise am Donnerstag mit einem Anstieg. Ein Barrel der führenden Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar kostete mit 29,17 Dollar gut einen halben Dollar mehr als zum Handelsschluss zu Silvester. Die richtungweisende US-Sorte WTI (Western Texas Intermediate) zur Lieferung im Februar kostete mit 31,55 Dollar gut einen Drittel Dollar mehr.
Der Streik in Venezuela hat die Ölindustrie des fünftgrößten Erdölexporteurs der Welt erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Zuletzt war Venezuela sogar gezwungen, Erdöl einzuführen.
Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), zu der auch Venezuela gehört, hat zuletzt signalisiert, im Bedarfsfall mit höheren Fördermengen einen weiteren Ölpreisanstieg verhindern zu wollen. Neben den Streiks in Venezuela trägt vor allem die Angst vor einen Irak-Krieg zu einem anhaltend hohen Preisniveau an den Ölmärkten bei. "500.000 Barrel pro Tag (bpd) sind sicher. Alles darüber hinaus liegt an Verhandlungen auf Ministerebene, die bereits laufen", hatte ein OPEC-Delegierter am Montag der Nachrichtenagentur Reuters gesagt.
Vergangene Woche hatte der Ölpreis in London den höchsten Stand seit den Anschlägen vom 11. September 2001 erreicht. Allein im vergangenen Monat stieg er in London um mehrere Dollar. Die USA hatten am Montag nach Armeeangaben die Verlegung von mehr als 11.000 zum Kampf in der Wüste ausgebildeten Soldaten in die Golfregion befohlen. Erstmals seit dem Golfkrieg 1991 soll damit in den kommenden Tagen eine gesamte Kampfdivision mit Panzern und Kampfhubschraubern an den Golf entsandt werden. Nach Einschätzung von Händlern am Ölmarkt ist damit die Wahrscheinlichkeit eines von den USA geführten Krieges gegen Irak gestiegen, der eine Unterbrechung der Ölversorgung aus dem Nahen Osten zur Folge haben könnte.
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