Montag, 16. Dezember 2002

Wien-Tourismus: 2002 mit einem Minus von 0,4 %

  • 7,655.000 Gästenächtigungen im Vorjahr
  • Zuversicht für das Jahr 2003

Weltweite Konjunkturflaute, Angst vor Terror und Hochwasser - das waren die schwierigen Rahmenbedingungen, mit denen der heimische Tourismus im vergangenen Jahr fertig werden musste. Auch in Wien wurde 2002 ein Rückgang der Nächtigungen verzeichnet. Das Minus von 0,4 Prozent fiel aber bedeutend weniger schlimm aus als befürchtet.

Insgesamt wurden in der Bundeshauptstadt im 7,655.000 Gästenächtigungen registriert. "Das ist fast eine Rekordmarke", versicherte Rieder. Auch Seitlinger zeigte sich zufrieden: "Wien konnte seinen Marktanteil im Vergleich zu Konkurrenzstädten sogar etwas verbessern."

Zu dem fast ausgeglichen Ergebnis hat vor allem ein überaus gut besuchter Dezember beigetragen: Mit 640.000 Nächtigungen wurden Monat um 7,9 Prozent mehr Gäste verzeichnet als im Vergleichsmonat 2001. Auch der Februar, März, Mai und November haben 2002 Spitzenwerte aufgewiesen.

Einbrüche bei den Überseemärkten
Einbrüche gab es demnach erneut bei den Überseemärkten USA und Japan. Weniger Touristen kamen auch aus Großbritannien und Spanien. Zuwächse wurden aus Deutschland, Österreich, Italien und besonders aus GUS-Staaten verzeichnet.

Die Betten der Wiener Hotellerie waren 2002 zu 52,6 Prozent ausgelastet (2001: 52,5 Prozent). Am besten erging es den Drei- und Vierstern-Häusern. Die von der Wiener Hotellerie im Dezember 2002 erzielten Nächtigungsumsätze werden erst in der zweiten Februarhälfte vorliegen. Der Umsatz von Jänner bis November 2002 beträgt 266,1 Mio. Euro, was ein Minus von 1,1 Prozent bedeutet. Laut Tourismusdirektor Seitlinger dürfte der Gesamt-Rückstand angesichts des guten Dezember-Ergebnisses weniger als ein Prozent betragen.


Der Ausblick für das Jahr 2003 war von Zuversicht geprägt. Wie Wifo-Experte Egon Smeral erklärte, dürfte sich der Städtetourismus leicht positiv entwickeln. Er rechnet - falls die weltpolitischen Rahmenbedingungen stabil bleiben - mit einer mäßigen Wachstumsrate von zwei Prozent in Europa und mit einer Zunahme der Ausländernächtigungen in Wien um 1 Prozent.

Smeral geht davon aus, dass der Tourismus in Wien gegenwärtig eine Wertschöpfung von zumindest 2,5 Mrd. Euro bzw. rund fünf Prozent der regionalen Gesamtwertschöpfung erwirtschaftet. In Zukunft soll der Beitrag noch genauer gemessen werden können: Der Wien-Tourismus hat die Entwicklung eines "touristischen Satellitenkontos" in Auftrag gegeben, das die Vergleichbarkeit mit anderen Wirtschaftssektoren sowie der Regional- und Gesamtwirtschaft ermöglichen soll.

Wiens Vizebürgermeister Rieder kündigte zudem einen Masterplan an, der helfen soll, ein ehrgeiziges Ziel zu verwirklichen: Er soll Wien bis 2010 an 10 Mio. Gästenächtigungen pro Jahr heranbringen. Investitionen in das Messezentrum oder Maßnahmen zur Attraktivierung des Praters seien einige der bereits gesetzten Schritte. Wichtig, so betonten Rieder und Seitlinger, seien aber auch der Ausbau der Infastruktur - vor allem was die Schiene betrifft.

16.12.2002 10:33