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Von Janocko bis Roland Kirchler
Wiens Bürgermeister Michael Häupl, der nicht nur glühender Austria-Fan, sondern auch Kuratoriumsvorsitzender der Favoritner ist, kündigte am Montag Abend auf der Weihnachtsfeier der violetten Familie im Großen Festsaal des Rathauses an, dass es im Fall des Titelgewinns in der T-Mobile Fußball-Bundesliga auf dem Rathaus-Platz ein riesiges Fest geben werde. Wer die Kosten für die Fete übernimmt, soll noch Gegenstand von Verhandlungen sein, munkelten Insider.
Häupl, der dem ersten Liga-Titel seit 1993, dem insgesamt 22., ebenso wie alle Anhänger entgegenfiebert, war an diesem Abend überhaupt prächtig gelaunt, was ihm nach all den sportlich mageren Jahren durch den überlegenen Herbsttitel freilich nicht schwer fiel. "Wir sind auf einem sehr, sehr guten Weg und haben noch erfolgreichere Tage vor uns. Wir müssen die Früchte aber in aller Ruhe reifen lassen", sagte der Austrianer, der den Prozess zu Größerem mit einer Maschine verglich. Es funktioniere nicht, dass man oben Geld einwerfe und dann unten der Erfolg heraus komme.
Seitenhieb auf Edlinger
Am Beginn seiner Rede konnte sich Häupl, neben einem violett geschmückten Christbaum stehend, nicht einen Seitenhieb auf seinen Parteigenossen Rudolf Edlinger verkneifen. Der grüne Rapid-Präsident hatte anlässlich eines Besuchs im Rathaus wegen der Wahl der Farbe herumgenörgelt. "Ich hatte einen besonderen Spaß dabei", so Häupl. Die Fußball-Tabelle gibt ihm Recht: Violett ist nicht nur in Wien Fußball-Modefarbe Nummer eins.
Magna möge uns erhalten bleiben"
Peter Langer, seit Februar 2002 Präsident der Veilchen, äußerte folgenden Wunsch: "Magna möge uns so lange wie möglich erhalten bleiben." Der Nachfolger von Georg Sattler hätte auch nichts gegen ein Präsent in Form des Sieges im bevorstehenden T-Mobile-Hallencup. Neben dem sportlichen Hoch freuten ihn auch der Anstieg der Zuschauer um 25 und der Abonnements um 40 Prozent. "Wir waren acht Jahre weniger neidvoll als jetzt unsere Rivalen", fügte Langer süffisant hinzu.
Mannschaft befindet sich im Wachsen
Peter Svetits blickte auf ein "sehr erfolgreiches Jahr" zurück. "Wir dürfen uns jedoch nicht ausruhen, sondern müssen stets mit Nachdruck weiterarbeiten. Mandl und Scharner sind zu Stammspielern und damit zu Vorbildern für unsere Talente in der Hollabrunner-Akademie geworden. Das Gerüst lässt für die Zukunft hoffen. Die Mannschaft befindet sich im Wachsen, wir dürfen jetzt aber nicht ungeduldig werden", sagte der Sportdirektor, weil der Verein so viele Jahre international keine Rolle spielte und im Ranking daher keine Punkte hat. "Wir bekommen auch in der Qualifikation ein schweres Los."
EM 2008 als Chance für den Fußball
Die Vergabe der EM-Endrunde 2008 an Österreich und die Schweiz bewertet Svetits als "einmalige Chance für unseren Fußball", die man nützen müsse. Die Zusammenarbeit zwischen ÖFB und Liga funktioniere schon gut. "Auch in den Vereinen wird kein Stein auf dem anderen bleiben, wir haben keine Zeit, 2008 muss für uns schon heute beginnen", sagte der Statthalter von Magna-Chef Frank Stronach, der sich bereits in Übersee befindet und ebenso wie Christoph Daum bei der Feier fehlte.
Daum auf Spielersuche
Der deutsche Trainer ist derzeit in Sachen Spielersuche unterwegs. Er wird Svetits, der zuvor Ausschau nach Neuen in Frankreich und Belgien hält, Ende der Woche in Köln treffen. Und erst danach geht es für beide in den kurzen Urlaub. Nach der Verpflichtung von Joachim Parapatits und Patrick Pircher könnte das Duo vielleicht noch ein weiteres "Geschenk" unter den violetten Christbaum legen.
