Gröden: Deneriaz sorgt für französischen Abfahrts-Sieg
- 2. Walchhofer, 3. J. Strobl, 4. F. Strobl, 5. Franz, 6. Trinkl
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Antoine Deneriaz hat am Samstag bei der Abfahrt im Grödner Tal den Ansturm der ÖSV-Asse stand gehalten und überraschend seinen ersten Weltcupsieg gefeiert. Der 26-jährige Franzose, der noch nie zuvor in einem Weltcuprennen auf dem Podest gestanden war, gewann auf der Saslong vor den Österreichern Michael Walchhofer (+0,22), Josef Strobl (0,31), Fritz Strobl (0,45), Werner Franz (0,59) und Hannes Trinkl (0,60). Klaus Kröll wurde Achter, Andreas Buder Neunter. Damit riss eine ÖSV-Siegesserie, vor einem Jahr hatte der Italiener Kristian Ghedina in Gröden als letzter Nicht-Österreicher eine Abfahrt gewonnen.
Obwohl es sich für einen rot-weiß-roten Erfolg nicht ganz ausgegangen war, überwog im ÖSV-Lager natürlich die Freude über das mannschaftlich starke Ergebnis mit sieben Läufern unter den ersten Neun. Und trotzdem konnte sich Alpindirektor Hans Pum ein als Scherz gemeintes "Der Deneriaz hat uns perfekte Weihnachten versaut" nicht verkneifen. "Das Resultat ist natürlich sensationell, wenn man bedenkt, dass der Stephan zu Hause liegt." Eberharter hat sich die Abfahrt im Fernsehen angeschaut und sich telefonisch bei Pum als erster Gratulant eingestellt.
Hohe Startnummern im Nachteil
Bekanntlich war das Abschlusstraining am Donnerstag wegen des Startnummernpokers zu einer Farce ausgeartet. Im Nachhinein betrachtet hätten sich die Fahrer das teilweise aber auch verständliche "Theater" mit absichtlichen Torfehlern, Schwüngen im Finish und Abbremsen vor der Ziellinie ersparen können. Die hohen Nummern hatten sich am Samstag nicht als Vorteil erwiesen, sondern waren sogar ein kleiner Nachteil.
Piste hielt im oberen Teil nicht
Die für Gröden ungewohnt warmen Temperaturen von drei Grad und die hohe Luftfeuchtigkeit hatten dazu geführt, dass die Piste mit Fortdauer des Rennens im oberen Teil pappig wurde. Als dann die Österreicher Walchhofer, Fritz Strobl, Trinkl, Franz und Josef Strobl mit den Nummern 29 bis 33 kamen, hatten sie sich im obersten Teil durchwegs schon ein paar Zehntel Rückstand eingehandelt. Zu viel, um noch den Sieg zu erringen, dank der Klasse der Österreicher gingen sich aber noch Spitzenplätze aus.
ÖSV-Asse zufrieden
"Ich hatte heute sehr viel Spaß und war sehr motiviert", erklärte Walchhofer, der im Grödner Tal auch im Vorjahr in der zweiten Abfahrt Zweiter geworden war. Nach dem vierten zweiten Platz seiner Karriere meinte er: "Den Premierensieg habe ich mir für Kitzbühel aufgehoben." Das Stockerl-Team komplett machte Josef Strobl: "Es war eine komische Fahrt, ich hab nicht gewusst, dass ich so schnell bin." Einen "Aufwärtstrend" bemerkte Olympiasieger Fritz Strobl, der im Training der Schnellste gewesen war: "Ich bin zufrieden, ich brauche die Rennen, deshalb war es für mich auch kein Thema, im Training zu pokern."
Nicht nur die weiche Piste war ein Kriterium in diesem Rennen, sondern auch die teilweise schlechte Sicht. "Im Grunde war es ein faires Rennen, es war halt stark bewölkt, und dann hat man mitunter die Schläge nicht so gut gesehen", konstatierte Hans Knauss (15.), dessen Meinung sich mit der der übrigen ÖSV-Läufer deckte.
Überraschter Sieger
Sieger Deneriaz, der ein Atomic-Trio anführte, sorgte für den ersten französischen Abfahrts-Sieg seit fast fünf Jahren. Zuletzt war im März 1998 Nicolas Burtin in Kvitfjell erfolgreich gewesen. "Ich bin total überrascht, das war ein perfekter Lauf. Und ich habe das beste Team hinter mir gelassen", freute sich Deneriaz in Richtung Österreicher. Pum zollte dem Franzosen Respekt: "Wir hatten ihn schon lange auf der Rechnung. Und heute hatte er auch ein Mörder-Brett unter den Beinen."
| Ergebnis der Herren-Abfahrt: | ||||
| 1. | Antoine Deneriaz | FRA | 1:55,95 Min. | |
| 2. | Michael Walchhofer | AUT | 1:56,17 | +0,22 |
| 3. | Josef Strobl | AUT | 1:56,26 | +0,31 |
| 4. | Fritz Strobl | AUT | 1:56,40 | +0,45 |
| 5. | Werner Franz | AUT | 1:56,54 | +0,59 |
| 6. | Hannes Trinkl | AUT | 1:56,55 | +0,60 |
| 7. | Nicolas Burtin | FRA | 1:56,65 | +0,70 |
| 8. | Klaus Kröll | AUT | 1:56,73 | +0,78 |
| 9. | Andreas Buder | AUT | 1:56,74 | +0,79 |
| 10. | Franco Cavegn | SUI | 1:56,76 | +0,81 |
| 11. | Daron Rahlves | USA | 1:56,77 | +0,82 |
| 12. | Andreas Schifferer | AUT | 1:56,78 | +0,83 |
| 13. | Bruno Kernen | SUI | 1:56,79 | +0,84 |
| 14. | Marco Sullivan | USA | 1:57,03 | +1,08 |
| 15. | Hans Knauß | AUT | 1:57,11 | +1,16 |
| 16. | Ambrosi Hoffmann | SUI | 1:57,20 | +1,25 |
| 17. | Kjetil-Andre Aamodt | NOR | 1:57,21 | +1,26 |
| 18. | Roland Fischnaller | ITA | 1:57,25 | +1,30 |
| 19. | Bode Miller | USA | 1:57,29 | +1,34 |
| 20. | Didier Cuche | SUI | 1:57,30 | +1,35 |
| 21. | Peter Rzehak | AUT | 1:57,35 | +1,40 |
| 22. | Kurt Sulzenbacher | ITA | 1:57,49 | +1,54 |
| 23. | Lasse Kjus | NOR | 1:57,51 | +1,56 |
| 24. | Andrej Jerman | SLO | 1:57,55 | +1,60 |
| 25. | Erik Guay | CAN | 1:57,61 | +1,66 |
| . | Max Rauffer | GER | 1:57,61 | +1,66 |
| 27. | Aksel Lund Svindal | NOR | 1:57,63 | +1,68 |
| 28. | Peter Pen | SLO | 1:57,73 | +1,78 |
| 29. | Patrik Järbyn | SWE | 1:57,84 | +1,89 |
| 30. | Kenneth Sivertsen | NOR | 1:57,87 | +1,92 |
| weiter: | ||||
| 49. | Thomas Graggaber | AUT | 1:59,05 | +3,10 |
