Lenzerheide: Doppelsieg für Österreichs Abfahrerinnen
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Das ÖSV-Damen-Team hat am 21.12. bei der Weltcup-Abfahrt in Lenzerheide einen Doppelsieg gelandet. Michaela Dorfmeister setzte sich in 1:43,53 Minuten mit 46 Hundertstel Vorsprung vor Brigitte Obermoser durch und feierte damit ihren insgesamt 15. Erfolg im Weltcup, den dritten in der Abfahrt. Die US-Amerikanerin Kirsten Clark fuhr mit 85 Hundertstel Rückstand an die dritte Stelle. Renate Götschl erreichte auf ihrer "Unglückspiste", auf der sie sich im März eine schwere Knieverletzung zugezogen hatte, Rang zwölf und wurde damit drittbeste Österreicherin.
Dorfmeister, die in Lenzerheide für den ersten ÖSV-Sieg überhaupt und den ersten in dieser Saison für die Damen in einer Speed-Diszipin sorgte, und Obermoser fuhren zwar ein praktisch fehlerloses Rennen, profitierten aber auch von ihren relativ niedrigen Startnummern (16 Dorfmeister, 21 Obermoser), da bald nach dem Lauf von Obermoser im oberen Teil immer stärker werdender Schneefall einsetzte und das Rennen nach der 33. Läuferin sogar für rund zehn Minuten unterbrochen werden musste. Dadurch landeten Sieganwärterinnen wie Carole Montillet ("Ich bin sehr enttäuscht, das war kein faires Rennen. Es hätte schon vor den Favoritinnen unterbrochen werden müssen") als 16. nur im geschlagenen Feld.
Geschenk vom Christkind
Gesamtweltcup-Siegerin Dorfmeister feierte in Lenzerheide ihren ersten Abfahrtstriumph außerhalb von Österreich, nachdem sie die ersten Rennen in St. Anton und Altenmarkt gewonnen hatte. Die Basis dafür legte die Niederösterreicherin mit einer perfekten Fahrt im Schlussabschnitt, wo sie die gesamte Konkurrenz deklassierte. Doch sie wusste auch, dass diesmal höhere Mächte eine wichtige Rolle gespielt hatten. "Das ist mein schönstes Weihnachtsgeschenk, das hat mir das Christkind unter den Baum gelegt. Wenn die Bedingungen gleich geblieben wären, weiß ich nicht, ob ich gewonnen hätte, denn ich habe den oberen Teil nicht optimal erwischt."
Im Finish aber habe sie auch das Material zum Sieg getragen. "Da ist mir der Ski richtig unter dem Hintern weggegangen", bedankte sich die 29-Jährige bei ihren Service-Leuten. In Anbetracht der sich nach der Unterbrechung langsam wieder bessernden Verhältnisse gab Dorfmeister erst nach dem Lauf von Katja Wirth, die mit Nummer 45 ins Rennen gegangen war, die ersten Siegerinterviews.
Gesamt-Weltcup nach wie vor ein Thema
Nach ihrer Rückkehr auf die oberste Stufe des Podests geht die Abfahrtsweltmeisterin am Sonntag unbeschwert in den Slalom, der zur Kombination zählt. "Ich nehme das von der lustigen Seite, denn die eine Sekunde, die Kostelic hinter mir ist, holt sie in den ersten vier Toren auf." Das Duell mit der Kroatin um den Gesamtweltcup hat Dorfmeister nach ihrem ersten Saisonsieg freilich noch nicht aufgegeben. "Ich weiß, dass ich in drei Disziplinen aufs Stockerl fahren kann. Es stehen noch viele Rennen am Programm, da ist noch was möglich."
Obermoser will im Kreis lachen
Wie Dorfmeister war auch Obermoser, die in den ersten beiden Zwischenzeiten noch knapp vor Dorfmeister gelegen war, die Erleichterung über das Erfolgserlebnis anzusehen. "Wenn ich keine Ohren hätte, würde ich rundherum lachen", strahlte die Salzburgerin nach ihrem besten Abfahrtsergebnis seit ihrem Sieg in St. Moritz vor fast genau zwei Jahren. "Seit dem Riesentorlauf in Val d'Isere habe ich gewusst, dass es aufwärts geht. Mein Material ist für europäischen Schnee besser geeignet als für amerikanischen", sagte die zweifache Weltcupsiegerin, die wie Dorfmeister die Kombination bestreiten wird.
Götschl erleichtert
Bei Götschl überwog nach dem Rennen die Freude über die Überwindung jener Piste, auf der sie schwere Verletzungen erlitten hatte, wenn sich auch leichte Enttäuschung über die ungünstige Startnummer breit machte. "Mit dieser Nummer hast du einfach keine Chance. Aber für mich war es ein wichtiger Schritt zurück. Ich habe gesehen, dass ich auch bei schlechten Bedingungen ans Limit gehen und mich überwinden kann." Die Steirerin lässt den Slalom aus, wird aber nach der Weihnachtspause schon beim Riesentorlauf auf dem Semmering wieder am Start sein.
| Ergebnis Damen-Abfahrt in Lenzerheide: | ||||
| 1. | Michaela Dorfmeister | AUT | 1:43,53 Min. | |
| 2. | Brigitte Obermoser | AUT | 1:43,99 | +0,46 |
| 3. | Kirsten L. Clark | USA | 1:44,38 | +0,85 |
| 4. | Jessica Lindell-Vikarby | SWE | 1:44,39 | +0,86 |
| 5. | Catherine Borghi | SUI | 1:44,44 | +0,91 |
| 6. | Janica Kostelic | CRO | 1:44,53 | +1,00 |
| . | Melanie Turgeon | CAN | 1:44,53 | +1,00 |
| 8. | Daniela Ceccarelli | ITA | 1:44,63 | +1,10 |
| . | Regina Häusl | GER | 1:44,63 | +1,10 |
| 10. | Karen Putzer | ITA | 1:44,66 | +1,13 |
| 11. | Sylviane Berthod | SUI | 1:44,79 | +1,26 |
| 12. | Renate Götschl | AUT | 1:44,85 | +1,32 |
| 13. | Martina Schild | SUI | 1:44,90 | +1,37 |
| 14. | Corinne Imlig | SUI | 1:44,92 | +1,39 |
| 15. | Maria Riesch | GER | 1:44,99 | +1,46 |
| 16. | Carole Montillet | FRA | 1:45,26 | +1,73 |
| 17. | Jonna Mendes | USA | 1:45,33 | +1,80 |
| 18. | Corinne Rey-Bellet | SUI | 1:45,45 | +1,92 |
| 19. | Lucia Recchia | ITA | 1:45,50 | +1,97 |
| 20. | Caroline Lalive | USA | 1:45,51 | +1,98 |
| 21. | Isabelle Huber | GER | 1:45,54 | +2,01 |
| . | Monika Dumermuth | SUI | 1:45,54 | +2,01 |
| 23. | Janette Hargin | SWE | 1:45,57 | +2,04 |
| 24. | Kathrin Wilhelm | AUT | 1:45,63 | +2,10 |
| 25. | Martina Ertl | GER | 1:45,66 | +2,13 |
| 26. | Nadia Styger | SUI | 1:45,85 | +2,32 |
| 27. | Alexandra Meissnitzer | AUT | 1:45,91 | +2,38 |
| 28. | Tanja Schneider | AUT | 1:46,12 | +2,59 |
| 29. | Ingrid Jacquemod | FRA | 1:46,33 | +2,80 |
| 30. | Ella Alpiger | SUI | 1:46,57 | +3,04 |
| 31. | Christine Sponring | AUT | 1:46,67 | +3,14 |
| 32. | Katja Wirth | AUT | 1:46,87 | +3,34 |
| weiter: | ||||
| 35. | Karin Blaser | AUT | 1:47,16 | +3,63 |
| 37. | Ingrid Rumpfhuber | AUT | 1:47,31 | +3,78 |
| 45. | Selina Heregger | AUT | 1:48,42 | +4,89 |
| 49. | Marlies Schild | AUT | 1:48,58 | +5,05 |
Ausgeschieden u.a.: Tamara Müller (SUI)
