Newcomer Reichelt rettete ÖSV-Team Super-G-Serie
- Mit Startnummer 35 auf den zweiten Platz gefahren
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Österreichs Weltcup-Serie im Herren-Super-G hat am Freitag in Gröden gewackelt, aber sie hielt. Der Salzburger Hannes Reichelt fuhr mit Nummer 35 auf Rang zwei, womit er Österreichs ersten Super G ohne Podest-Platz seit 7. März 1996 verhinderte. Reichelt wurde nur um 11/100 vom Schweizer Didier Defago besiegt, der seinen ersten Weltcup-Sieg feierte. Dritter wurde der Liechtensteiner Marco Büchel (+ 0,38). Mit Andreas Schifferer (8./0,71) und Christoph Gruber (9./0,75) kamen zwei weitere ÖSV-Läufer unter die Top Ten.
Reichelt verdient für seine Bravourleistung in seinem erst zweiten Weltcup-Einsatz Sonderapplaus. Der 22-Jährige war erst am Vorabend in Gröden angekommen, nachdem er in Laax eine Europacup-Doppelabfahrt absolviert hatte. Umso überraschender, dass er als letzter ÖSV-Trumpf stach. Hätte er nicht einen Fehler auf der Ciaslat-Wiese gehabt, hätte er sich sogar als Sieger feiert lassen können. "Ich bin voll zufrieden, wollte eigentlich nur unter die Top 15", meinte der Radstädter Freude strahlend, nachdem er das erste Mal über die Saslong gefahren war.
Vom Europa- in den Weltcup
Der Newcomer hatte nur in Val d'Isere schon Weltcup-Luft geschnuppert, war da aber im vorjährigen Super G ausgeschieden. Über den Europacup hatte er sich einen Weltcup-Fixplatz im Super G heraus gefahren, wurde im bisherigen Saisonverlauf aber nur im Europacup eingesetzt. Drei Riesentorläufe gewann er, ein Mal wurde er Zweiter, womit er Gesamtleader ist. "Im Riesentorlauf ist er ja noch sensationeller drauf", meinte ÖSV-Alpinchef Hans Pum. Bereits vor seinem Super-Rennen am Freitag war Reichelt fix für den Sonntag-RTL in Alta Badia eingeplant.
Schifferer mit "kleinen Hacklern"
HSZ-Zeitsoldat Reichelt bedauerte es, dass der vor drei Wochen verstorbene Radstädter Ski-Klubchef Sepp Hochheimer diesen Erfolg nicht mehr miterleben durfte. Noch dazu kommt mit Schifferer auch der zweitbeste Österreicher aus Reichelts Heimatort. Schifferer war mit sich aber nicht zufrieden: "Ich hab' ein paar kleinere Hackler drinnen gehabt." Ähnlich analysierte der Tiroler Christoph Gruber: "In den Flachstücken hab' ich immer Zeit liegen gelassen. Aber es gibt doch einen Aufwärtstrend bei mir."
Walchhofer out
Den übrigen Österreichern lief es nicht so gut. Josef Strobl wurde Elfter (0,80), Namensvetter Fritz 19. (1,36). Dazwischen klassierte sich Hans Knauß als 14. (1,04), der Schladminger ärgerte sich über seinen Lauf. "Ich bin immer nur das halbe Rennen super. Ich muss es doch einmal ins Ziel bringen können." Weltcup-Zähler holten noch Werner Franz (23./1,49) und Klaus Kröll (25./1,52). Punktlos blieben Hannes Trinkl (38./2,00) und Michael Walchhofer. Der Salzburger schied wie schon in Beaver Creek nach bester Zwischenzeit aus.
Sieg für Defago überraschend
Defagos mit Startnummer 26 markierte Zeit hielt allen Angriffen stand, obwohl noch einige Außenseiter ins Vorderfeld fuhren. Damit ging auch der zweite Gröden-Super-G an die Schweiz, die Premiere hatte 1983 Pirmin Zurbriggen gewonnen. "Der Sieg kommt ein bisschen überraschend für mich. Aber ich bin die letzten Rennen schon sehr konstant gefahren", meinte Defago. Und auch der mit den Eidgenossen trainierende Büchel freute sich über den Aufschwung unter Coach Karl Frehsner. Der 31-Jährige Liechtensteiner wird die Abfahrt am Samstag aber auslassen.
| Ergebnisse vom Weltcup-Super-G der Herren: | ||||
| 1. | Didier Defago | SUI | 1:38,11 Min. | 86,78 km/h |
| 2. | Hannes Reichelt | AUT | 1:38,22 | +0,11 |
| 3. | Marco Büchel | LIE | 1:38,49 | +0,38 |
| 4. | Kjetil-Andre Aamodt | NOR | 1:38,65 | +0,54 |
| 5. | Bruno Kernen | SUI | 1:38,69 | +0,58 |
| 6. | Aksel Lund Svindal | NOR | 1:38,76 | +0,65 |
| . | Bode Miller | USA | 1:38,76 | +0,65 |
| 8. | Andreas Schifferer | AUT | 1:38,82 | +0,71 |
| 9. | Christoph Gruber | AUT | 1:38,86 | +0,75 |
| 10. | Lasse Kjus | NOR | 1:38,90 | +0,79 |
| 11. | Josef Strobl | AUT | 1:38,91 | +0,80 |
| 12. | Andrej Jerman | SLO | 1:39,10 | +0,99 |
| 13. | Didier Cuche | SUI | 1:39,11 | +1,00 |
| 14. | Hans Knauß | AUT | 1:39,15 | +1,04 |
| 15. | Marco Sullivan | USA | 1:39,16 | +1,05 |
| 16. | Stefan Stankalla | GER | 1:39,19 | +1,08 |
| 17. | Arnold Rieder | ITA | 1:39,35 | +1,24 |
| 18. | Gregor Sparovec | SLO | 1:39,39 | +1,28 |
| 19. | Fritz Strobl | AUT | 1:39,47 | +1,36 |
| 20. | Jakub Fiala | USA | 1:39,51 | +1,40 |
| 21. | AJ Bear | AUS | 1:39,56 | +1,45 |
| . | Giorgio Gros | ITA | 1:39,56 | +1,45 |
| 23. | Werner Franz | AUT | 1:39,60 | +1,49 |
| 24. | Antoine Deneriaz | FRA | 1:39,62 | +1,51 |
| 25. | Klaus Kröll | AUT | 1:39,63 | +1,52 |
| 26. | Claude Cretier | FRA | 1:39,67 | +1,56 |
| 27. | Daron Rahlves | USA | 1:39,77 | +1,66 |
| . | Erik Guay | CAN | 1:39,77 | +1,66 |
| 29. | Roland Fischnaller | ITA | 1:39,82 | +1,71 |
| 30. | Franco Cavegn | SUI | 1:39,87 | +1,76 |
| weiter: | ||||
| 38. | Hannes Trinkl | AUT | 1:40,11 | +2,00 |
Ausgeschieden u.a.: Michael Walchhofer (AUT), Ambrosi Hoffmann (SUI), Patrick Staudacher (ITA)
