Donnerstag, 19. Dezember 2002

Italiens Liga-Chef Galliani warnt vor "Calcio-Ende"

  • "Ohne Gehaltskürzungen gibt es keine Zukunft mehr"

Schöne "Bescherung" kurz vor Weihnachten: Ohne drastische Ausgabenkürzungen wird der italienische Fußball wohl sterben. Der Präsident der nationalen Liga, Adriano Galliani, schlägt wegen der zunehmenden Verschuldung der Vereine Alarm. "Die Klubs geben doppelt so viel aus als sie einnehmen und es ist mit keinem Umsatzwachstum zu rechnen. Die Ausgabenkürzungen und drastische Einschnitte der Spielergehältern sind der einzige Ausweg aus der Krise. Andernfalls wird unser Fußball zu Grunde gehen", sagte Galliani im Interview mit der Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore".

Galliani erklärte, dass die Spielergewerkschaft ihre Bereitschaft bekundet habe, über eine Kürzung der Kickergehälter zu diskutieren. "Die Klubchefs können nicht mehr freigiebig sein. Die Phase der großen Ausgaben ist zu Ende Die Aktionäre, die die Vereine kontrollieren sind in den vergangenen Jahren Jahren wegen der Krise durchschnittlich ärmer geworden", betonte Galliani.

Finanzspritzen notwendig
Um in der kommenden Saison die Kriterien für die Serie A zu erfüllen, müssten die Erstligisten frische Finanzmittel im Wert von 1,29 Mrd. Euro auftreiben, sagte Galliani. Er bezweifle, dass die Hauptaktionäre der 18 Serie A-Klubs eine derartige Summe für ihre Verbände investieren werden.

Zehn Klubs vor dem Aus
Nach Angaben der Mailänder Tageszeitung droht zehn Vereinen der Serie A und B die Pleite (Kasten rechts). Im ersten Halbjahr 2002 meldeten die Klubs Verluste von insgesamt 948 Mio. Euro, 271 mehr als im ersten Semester 2001. Der Umsatz kletterte dagegen nur um fünf Prozent auf 1,063 Mrd. Euro. Auch die Nettoverschuldung erreichte ein Rekordhoch. Sie ist nach Recherchen der Tageszeitung gegenüber dem ersten Halbjahr 2001 von 1,806 auf 2,549 Mrd. Euro gestiegen.

19.12.2002 14:25