Kroatien will Mirna Jukic angeblich "zurück"
- Trainervater glättet die Wogen: "Wir bleiben in Österreich"
- Vom kroatischen NOK liegt bisher keine offizielle Anfrage vor
·Jukic & Co.
Nur eine kurze Weihnachtsruhe
·Schwimm-EM
Österreich weiter im Aufwärtstrend
·Super!
Silber für Jukic und Podo bei EM
·Kurzbahn
EM 2004 findet in Wien statt
·Steckbriefe
Medaillensammler Jukic & Podo
·Bravo Mirna!
Jukic bleibt weiter in der Gewinnzone
Sie ist momentan Österreichs erfolgreichste Schwimmerin, wird aber nun auch von ihrem früheren Heimatland Kroatien heiß umworben. Geht es nach Presseberichten in den kroatischen Medien, soll die 16-jährige Mirna Jukic schon bald wieder für ihr Geburtsland schwimmen. Angeblich will das kroatische Olympische Komitee, deren Präsident seit kurzem der frühere Premierminister Zladko Matesa ist, die Kurzbahn-Europameisterin von Riesa mit Lock-Angeboten zurückholen. Trainer-Vater Zeljko Jukic ist bemüht, die Wogen zu glätten. "Momentan stellt sich die Frage nicht. Wir bleiben in Österreich."
Zeljko Jukic kann sich gut erklären, weshalb es gerade jetzt solche Berichte und die daraus resultierende Aufregung gibt: "Das kroatische Fernsehen hat täglich von der EM in Riesa übertragen. Da hat es dann geheißen, dass eine junge Kroatin Gold und Silber gewonnen hat. Und dann haben sich die Journalisten darauf gestürzt." Vom kroatischen Olympischen Komitee habe sich bis dato aber noch niemand bei ihm gerührt. Dass der Familie Jukic in Zagreb angeblich Job, Wohnung und gute Trainingsbedingungen abgeboten werden, hat er nur von Journalisten gehört. "Ich frage mich, wie können die das tun? Sie haben mir auch gesagt, das mich das Komitee am 28. Dezember besuchen wird. Ich hab gesagt, schon gut, aber da bin ich gar nicht in Wien, sondern im Trainingslager. Und mich hat kein Offizieller kontaktiert."
Auch die Mama kommt nach Österreich
Grundsätzlich ist für Zeljko Jukic aber trotzdem alles möglich: "Ich lebe mit meinen zwei Kindern in Wien, meine Frau in Zagreb. Ich weiß nicht, was in einem halben Jahr, in einem Jahr oder in zehn Jahren sein wird. Vielleicht will ich dann zurück. Die Mirna ist jetzt 16. Ich weiß ja nicht, vielleicht will sie einmal in Amerika studieren. Aber jetzt bleiben wir in Österreich und konzentrieren uns voll aufs Training. Die Mirna ist heute auch ganz normal zur Schule gegangen. In zwei Wochen redet davon niemand mehr." Geplant ist auch, dass die Mutter im nächsten Jahr nach Österreich kommen wird.
"Kann es mir nicht vorstellen"
Thomas Gangel, der Generalsekretär des Verbandes Österreichischer Schwimmvereine (VÖS) glaubt ebenfalls nicht, "dass da viel dahinter steckt. Rein menschlich kann ich es mir auch nicht vorstellen, der Verein hat viel für Mirna getan, sie hat ihren Lebensinhalt in Wien, geht hier zur Schule."
Österreichische Staatsbürgerin
Auf dem Papier sieht die Sache so aus: Mirna hat derzeit nur die österreichische Staatsbürgschaft. Sollte sie um die kroatische ansuchen und diese erhalten, würde sie die österreichische verlieren. Die Dauer eines solchen Verfahrens ist von Land zu Land verschieden. Sollte dann aber keine Freigabe vom VÖS erfolgen, wäre Mirna Jukic laut Statuten des Weltverbandes für ein Jahr für alle internationalen Wettkämpfe gesperrt.
Bessere Trainingsbedingungen
"Es besteht keine Gefahr, dass Mirna zurück nach Kroatien geht. Zeljko Jukic sieht jetzt vielleicht auch ein bisschen eine Chance, bessere Trainingsbedingungen für Mirna herauszuholen", erklärte Horst Ziering, der Präsident des Klubs SC Austria Wien. Die Familie Jukic hat sich in der Vergangenheit schon öfter über die unzureichenden Trainingsmöglichkeiten beschwert. Der SC Austria Wien ist nicht im Vorstand des Wiener Verbandes vertreten, und der Landesverband vergibt die Trainingszeiten in der Stadthalle. Laut Zeljko Jukic hat sich der Wiener Verband bei der zweifachen EM-Medaillengewinnerin auch nicht als Gratulant eingestellt.
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