Dienstag, 17. Dezember 2002

Ronaldo Europas Fußballer des Jahres

Ronaldo ist am Montag vom renommierten französischen Fachblatt "France Football" in Paris zum zweiten Mal nach 1997 zum besten Fußballer Europas gewählt worden. Mit dem "Goldenen Ball" ist der Brasilianer in Diensten von Real Madrid der meist- und höchstdekorierte Kicker des Jahres. Im Sommer Weltmeister mit dem fünffachen Titelträger Brasilien und WM-Torschützenkönig, Anfang Dezember Weltpokalsieger mit den "Königlichen" - nun räumt der 26-Jährige auch beim Stimmenfang zu den Sportlerwahlen am Jahresende ab. Am Dienstag soll Ronaldo in Madrid auch als Weltfußballer geehrt werden - zum dritten Mal nach 1996 und 1997.

Deutschlands Nationaltorhüter und Vize-Weltmeister Oliver Kahn, der auch bei der Wahl des Weltfußballers gemeinsam mit Ronaldo und Zinedine Zidane zu den Kandidaten gehört, belegte hinter Ronaldos Landsmann und Teamkollegen Roberto Carlos in Europa wie im Vorjahr Rang drei.

Ronaldo wurde auch in Europa für sein spektakuläres Comeback gewürdigt. Der Stürmerstar hatte sich zwei schweren Knie-Operationen unterziehen müssen und stand vor der Sportinvalidität. Bei der WM-Endrunde feierte er als Torschützenkönig mit acht Treffern seine Wiederauferstehung. Seine bisher beste Vorstellung im Dress seines neuen Arbeitgebers Real Madrid krönte er beim Weltpokal-Finale am Ort des WM-Triumphs in Yokohama gegen Olimpia Asuncion mit einem Tor.

Ronaldo wurde am 22. September 1976 in einem Vorort von Rio de Janeiro geboren und auf den bürgerlichen Namen Ronaldo Luiz Nazario de Lima getauft. Pate für die Kurzform Ronaldo stand der Arzt, der ihm auf die Welt geholfen hatte, seine Geschwister aber nannten ihn nur "Dadado". Er hatte schon früh nur den Fußball im Kopf. Bei Cruzeiro Belo Horizonte feierte er als 16-Jähriger sein Debüt in der ersten Liga. Mit 17 Jahren und noch mit Zahnspange heuerte er in Europa bei PSV Eindhoven an, später ging er zum FC Barcelona und Inter Mailand, wo er den Spitznamen "Il Fenomeno" bekam, wo nach dem verkorksten WM-Finale 1998 aber auch seine Leidenszeit begann.

Ronaldos Vorgänger Michael Owen gönnte seinem "Thronfolger" die große Ehre von Herzen. "Ich würde selbst auch Ronaldo wählen, weil er im WM-Finale zwei Tore gemacht hat. Das ist eine außergewöhnliche Leistung", sagte der Stürmer vom FC Liverpool.

17.12.2002 08:54