Innauer: "So stark waren wir schon lang nicht mehr"
- Springerfunke soll zu Kombinierern überspringen
Sieg und Triple-Sieg in Titisee-Neustadt im Weltcup, Doppel-Sieg und Triple-Sieg im Continentalcup. Österreichs Skispringer haben am vergangenen Wochenende einen sensationellen Leistungsnachweis erbracht. Besonders groß war daher auch die Freude bei Toni Innauer, dem Nordischen Direktor für Skispringen und Kombination. "So stark waren wir schon lange nicht mehr. Die Leistungen, die beide Mannschaften gezeigt haben, sind herausragend", freute sich der Vorarlberger im Gespräch mit der APA.
"Vor allem der Hölli, der wie ein Fels dasteht und auch bei den widrigsten Bedingungen dank seiner Absprung-Kraft ganz vorne mitmischt", sagte Innauer. So sei nun eine Dynamik entstanden, die es im rot-weiß-roten Springerlager schon seit einiger Zeit nicht gegeben habe. Die Konkurrenz wurde verunsichert und das ÖSV-Team dadurch noch stärker. Einer der Hauptgründe ist und bleibt aber der plötzlich erstarkte Nachwuchs, der die über viele Jahre entstandenen Strukturen in der Nationalmannschaft völlig durcheinander gewühlt hat. "Die sehr starken Jungen, die nachgekommen sind, haben für eine neue Atmosphäre und auch bei den Alten für positive Effekte gesorgt", konstatierte Innauer.
Top-Coach mit Erfahrung
Mit Hannu Lepistö hat Innauer einen erfahrenen Top-Coach geholt, der auf die Springer eine große Ruhe ausstrahlt. Innauer: "Er ist ein Teamspieler und ein starker Trainer, der mit diesen Dingen umgehen kann." Besonders überraschend ist, dass der stärkste Springer im Sommer-Grand-Prix, Andreas Widhölzl, trotz seines Sieges in Kuusamo noch einiges zur Topform fehlt. "Ich hätte nie geglaubt, dass wir ohne Widhölzl so stark sein können. Ich habe es für ein Privileg der Alpinen gehalten, dass man einen Athleten vorgeben kann und trotzdem ganz vorne mitmischt", meinte der Olympiasieger von 1980 erstaunt.
Pool geöffnet
Einer der Mosaiksteine, neben der Umstrukturierung im B-Kader mit Trainer Alexander Pointner an der Spitze, dürfte auch der neue österreichische Anzughersteller Schneider sowie die Öffnung des Pools sein. "Man darf nicht vergessen, dass der Hölli mit Rossignol springt und Kofler, Liegl, Schwarzenberger und Koch mit Schneider-Anzügen antreten", erklärt Innauer. Und für Liegl hat Blizzard den längsten Ski des Weltcup-Zirkus (2,80 m) produziert.
Auf Kombinierer wartet viel Arbeit
Der Nordische Direktor hofft natürlich, dass auch sein zweiter Bereich einen Aufschwung erfahren wird. Auf die Kombinierer wartet in der Weihnachtspause - es geht erst am Silvestertag in Oberhof weiter - einige Arbeit. "Der erfreuliche Teil sind Gruber, Denifl und mit Abstrichen Bieler. Aber natürlich muss man sich fragen, was mit dem Felix und dem Mario beim Start los gewesen ist." Bei Stecher, dessen Potenzial er sehr hoch einschätzt, habe es wohl daran gelegen, dass die Saison gleich auf einer 140-m-Schanze begonnen hat. Stecher sei ein Athlet, der sich langsam an seine Sprungform herantasten müsse.
Gottwald im Formtief
Gottwald hingegen ist schlagartig in ein Formtief hineingerutscht, dass "eigentlich nicht erklärbar" ist. "Aber ich bin froh, dass die Probleme im Sprungbereich liegen. Ich hoffe, dass der Funke, der bei den Spezial-Springern lodert, auf diesen Teil der Kombinierer überspringt." Innauer setzt aber sein vollstes Vertrauen in Andi Felder.
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