Montag, 16. Dezember 2002

VÖS-Team bestätigte bei Kurzbahn-EM Aufwärtstrend

  • "Podo" fiel "Rekordwahn" zum Opfer
  • PLUS: Die Details zur Kurzbahn-EM

Die 6. Kurzbahn-Europameisterschaften in Riesa haben den Aufwärtstrend des österreichischen Schwimmsports bestätigt. Zwar erreichte das VÖS-Team mit ein Mal Gold und zwei Mal Silber um eine Bronze-Medaille weniger als im Vorjahr in Antwerpen, mit zehn Final-Teilnahmen bei 14 Starts stellte man aber die große mannschaftliche Stärke unter Beweis. Überdies wird das Erreichen von Spitzenrängen immer schwieriger, da mehr und mehr Nationen zur Spitze aufschließen. In Riesa holten 24 von 38 Ländern Edelmetall.

VÖS-Generalsekretär Thomas Gangel freute sich über das Abschneiden der sechsköpfigen österreichischen Truppe daher besonders. "Das war ein guter Test für die WM in Barcelona. Dort geht es ja schon um die Olympia-Qualifikation. Wahrscheinlich wird man mit einem Platz unter den ersten Zwölf das A-Limit haben." Die Erfolge könnten sich übrigens bald auch finanziell auswirken, noch im Winter steht der Abschluss mit einem Verbandssponsor in Aussicht. Derzeit muss man mit einem Jahresbudget von nur rund 600.000 Euro auskommen.

Lischka auf dem Weg zurück
Zufrieden dürfen neben den Medaillen-Gewinnern auch Fabienne Nadarajah mit Rang sechs trotz Schulterverletzung und Judith Draxler mit Platz fünf und sieben sein. Vera Lischka befindet sich auf dem Weg zurück und Petra Zahrl muss ihre etwas enttäuschende Bilanz noch einer Analyse unterziehen. Dass die Anzahl österreichischer Rekorde mit drei relativ klein ausfiel, ist ganz einfach auf das gestiegene Niveau zurückzuführen. Oben wird die Luft eben dünner, auch Europarekorde gab es in Riesa nur drei.

27 Starts in einem Monat
Von einem solchen war Jukic zwar deutlich entfernt, aber für Trainer-Vater Zeljko Jukic ist seine Tochter trotzdem über Plan geschwommen. "Ich hab' gar nicht erwartet, dass Mirna drei Mal ins Finale kommt. Dass sie in ihrem allerletzten EM-Rennen noch österreichischen Rekord schwimmt, ist sehr gut", lobte er. Schließlich hat Österreichs "Sportlerin des Jahres" in genau einem Monat 27 Starts in hochkarätigen Rennen absolviert, vom Weltcup in Rio de Janeiro bis zur EM in Riesa.

Drei Wochen Training geplant
Am Wochenende nimmt die 16-Jährige an den Mannschafts-Titelkämpfen in Enns teil, ehe es am 23. Dezember für drei Wochen erstmals für Jukic in ein Trainingslager geht. Auf dem Goldeck wird gewohnt, trainiert in Spittal/Drau. Da wird speziell an den Wenden und der Unterwasserphase gearbeitet, denn da gibt es Möglichkeiten zur Verbesserung. Finanziell gibt's auch Unterstützung, ab Jänner zahlt das Internationale Olympische Komitee (IOC) nach einem VÖS-Ansuchen Jukic aus einer Nachwuchsförderung monatlich 1.000 Dollar.

Podo wollte Europarekord
Zwiespältig fällt das EM-Resümee im Lager Podoprigoras aus. Der 24-Jährige hat eher Gold verloren als Silber gewonnen. Denn Coach Andrzej Szarzynski beichtete er, dass er im Vorlauf den Europarekord verbessern wollte. Diesen verpasste er und konnte zudem im Finale mit Sieger Davide Rummolo nicht mehr mit. Schon bei der Berlin-EM hatte sich Podoprigora auf der Weltrekordjagd kaputt geschwommen. Szarzynski war natürlich sauer: "Das im Vorlauf war ein Fehler. Aber man kann halt nicht immer gewinnen, es gibt kein Monopol auf Gold."

16.12.2002 10:00