Samstag, 21. Dezember 2002

USA starten größtes Manöver in Kuwait seit Golfkrieg

  • Bush sagt für Jänner geplante Afrika-Reise ab
  • Weitere Indizien für baldigen Irak-Krieg?

Am Samstag haben die Vereinigten Staaten mit ihrem größten Manöver in der Golfregion seit dem Krieg von 1991 begonnen. Tausende Soldaten und Hunderte Panzerfahrzeuge probten in der Wüste von Kuwait einen Militäreinsatz unter feindlichem Feuer. Beobachter werteten die Übung als klare Vorbereitung auf einen Krieg gegen den Irak. Auch die Absage einer für Jänner geplanten Afrika-Reise von US-Präsident Bush könnte ein Vorzeichen für einen Irak-Krieg sein.

Der Befehlshaber der US-Truppen in Kuwait, Generalmajor Buford Blount, erklärte, seine Soldaten gehörten bereits jetzt zu den am besten ausgebildeten in der Welt. Das zweitägige Manöver werde ihre Sinne weiter schärfen und damit ihre Schlagkraft für den Ernstfall erhöhen. Auf die Frage, ob dieser Ernstfall schon bald eintreten werde, antwortete Blount lediglich, diese Entscheidung liege bei US-Präsident George W. Bush.

Medienvertreter vor Ort sahen in der groß angelegten Übung indessen eine eindeutige Warnung an den irakischen Staatschef Saddam Hussein. Kuwait will den Vereinigten Staaten sein Territorium allerdings nur dann für Angriffe auf den Irak zur Verfügung stellen, wenn dafür ein Mandat des Weltsicherheitsrats vorliegt.

In Saudiarabien wurden unterdessen zum ersten Mal seit dem Golfkrieg von 1991 die Luftschutzsirenen getestet. Der Generaldirektor der Zivilschutzbehörde, Saad el Tuweijri, betonte jedoch, diese Übung habe nichts mit der gegenwärtigen Verschärfung der Kriegsrhetorik im Irak-Konflikt zu tun.

Absage von Afrika-Reise
US-Präsident George W. Bush hat eine für Jänner geplante Reise nach Afrika abgesagt. Als Grund nannte sein Sprecher Ari Fleischer "eine Kombination aus innen- und außenpolitischen Gründen". Er erwähnte die Krise um den Irak sowie die Absicht des Präsidenten, sich wichtigen innenpolitischen Themen zuzuwenden. Die Reise soll im späteren Verlauf des Jahres 2003 nachgeholt werden. Nach Medienberichten fällt am 27. Jänner die Entscheidung über einen Angriff auf den Irak.

Bush wollte auf seiner Reise mehrere afrikanische Staaten besuchen. Es wäre sein erster Besuch in Afrika gewesen. Ein ranghohes US-Regierungsmitglied bestritt, dass Sicherheitsgründe für die Absage ausschlaggebend gewesen seien. Aus Sicherheitskreisen verlautete jedoch, der Geheimdienst habe nach den Terroranschlägen in Kenia im November gegen israelische Touristen große Sicherheitsbedenken angemeldet. Kenia sollte eine der Stationen von Bushs Reise sein. Weiters waren Besuche in Senegal, Nigeria, Südafrika und Mauritius geplant.

21.12.2002 07:56