Freitag, 20. Dezember 2002

Italienische Journalisten streiken für 24 Stunden

  • Protest für neuen Arbeitsvertrag
  • Auch RAI-Belegschaft im Ausstand

Italiens Journalisten sind heute in einen 24-stündigen Streik gegangen. Auslöser des Ausstandes sind Streitigkeiten über das Rentensystem. Wegen der Protestaktion werden am Samstag keine Zeitungen erscheinen. Mit dem vom Journalistenverband FNSI ausgerufenen Streik wird gegen den Abbruch der Verhandlungen mit der Verlegerföderation Fieg protestiert. Dabei geht es um das neue Rentensystem für die Berufskategorie. Der Journalistenverband fordert unter anderem eine Erhöhung der Beiträge, die die Verleger für ihre Journalisten in die Rentenkassen zahlen sollen.

Die Beziehungen zwischen dem Journalistenverband und den Verlegern sind in Italien seit Monaten gespannt. Die Journalisten werfen dem Verlegerverband vor, immer mehr Redakteure mit befristeten Arbeitsverträgen einzustellen. Darüber hinaus wollen sie die Verleger daran hindern, zunehmend aus Honorarbasis Journalisten zu beschäftigen, die in den Ruhestand getreten sind oder ihre Arbeit verloren haben. Die Verlage wollen sich auf diese Weise neue Anstellungen und Personalkosten ersparen.

Dem Streik schloss sich heute auch die Belegschaft des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders RAI an. Sie protestiert gegen die Notlage, in der sich die RAI nach dem Rücktritt von drei der fünf Mitglieder des RAI-Aufsichtsrats vor einem Monat befindet. Das Chaos an der Spitze des Unternehmens nach dem Rücktritt der drei Aufsichtsratsmitglieder, das andauernde Sinken der Einschaltquoten, das die Werbeeinnahmen bedroht, sowie das Fehlen einer Unternehmensstrategie seien die Gründe des Protests, betonten die Gewerkschaften des RAI-Personals.

20.12.2002 09:27