Montag, 16. Dezember 2002

Côte d'Ivoire: Regionalgipfel sucht nach Lösung

  • Weitere Verstärkungen für französische Interventionstruppe

Mehrere westafrikanische Staatschefs sind am Montag in Togo zu einem Gipfel über die Krise in der Republik Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste) zusammengetroffen. Ein Vermittlungsversuch der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) in der togolesischen Hauptstadt Lome' ist nach zahlreichen Verletzungen des ausgehandelten Waffenstillstands zwischen ivorischen Rebellen und Regierung unterbrochen worden.

In der nördlichen Stadt Kara wollen die Präsidenten Gnassingbe Eyadema (Togo), Olusegun Obasanjo (Nigeria), Abdoulaye Wade (Senegal), John Kufuor (Ghana) und Charles Taylor (Liberia) nach Lösungen für den eskalierenden Konflikt in dem einst stabilsten westafrikanischen Staat suchen.

Am Wochenende trafen die ersten von 500 französischen Soldaten in der ivorischen Regierungsstadt Abidjan ein, die das bestehende Kontingent der ehemaligen Kolonialmacht in dem Konfliktland verstärken sollen. Bisher sind dort 1.200 französische Soldaten stationiert. Ihr Mandat, das bisher lediglich die Beobachtung des Waffenstillstands umfasst hat, ermöglicht ihnen künftig auch das Eingreifen in Kampfhandlungen.

Seit Ausbruch der Rebellion Mitte September sind mindestens 400 Menschen ums Leben gekommen, zehntausende wurden vertrieben. Die Rebellen der "Patriotischen Bewegung" (MPCI) kontrollieren die nördliche Hälfte des Landes und fordern den Rücktritt von Präsident Laurent Gbagbo und Neuwahlen. Inzwischen besetzen zwei weitere Rebellengruppen einige Orte im Norden des Landes.

Die "Patriotische Bewegung" (MPCI) hat ihre Bereitschaft erklärt, gegen die französischen Interventionstruppen zu kämpfen. In dem westafrikanischen Land leben rund 20.000 Franzosen.

16.12.2002 13:00