Montag, 16. Dezember 2002

Rom: Polizei entschärfte Paketbombe an Iberia-Büro

  • Weiterer Sprengkörper bei RAI explodierte im Postsack
  • Täter in linksextremen Kreisen vermutet

Am Montag sind am Montag in Italien zwei Sprengsätze aufgetaucht, die jedoch keinen Schaden verursachten. Eine Paketbombe explodierte in der Poststelle des staatlichen italienischen Fernsehsenders RAI in Rom. Wie der Sender berichtete, wurde dabei niemand verletzt. Die leichte Explosion eines in einem Buch versteckten Sprengsatzes habe lediglich Rauch und Flammen verursacht. Wenige Stunden zuvor war zum dritten Mal binnen weniger Tage eine für die spanische Fluggesellschaft Iberia bestimmte Paketbombe abgefangen worden.

Die Bauart dieser Sprengsätze ist nach Angaben der Polizei identisch mit der bei der RAI detonierten Bombe. Offenbar gibt es einen Zusammenhang mit einer Paketbombe von vergangener Woche in Spanien.

Die an die Iberia adressierte Paketbombe wurde auf einem Postamt in der Nähe des römischen Lenoardo-da-Vinci-Flughafens gefunden. Ein Mitarbeiter hatte die Polizei alarmiert, weil ihm das Paket verdächtig erschien. Sprengstoff-Experten der Polizei entschärften die Bombe, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA meldete.

Erst am Samstag hatte die Polizei auf dem Mailänder Flughafen Malpensa einen Sprengsatz in einem an Iberia adressierten Paket gefunden. Einen Tag zuvor war in der römischen Niederlassung der Fluggesellschaft ein kleiner Sprengsatz gefunden und entschärft worden.

Nach Angaben der italienischen Polizei besteht offenbar ein Zusammenhang mit einer Paketbombe, die am Donnerstag in der Redaktion der spanischen Tageszeitung "El Pais" in Madrid einging. In einem Begleitschreiben forderte in diesem Fall eine Gruppe namens "Die Fünf Cs" laut spanischen Behördenangaben die Freilassung von Gefangenen. Medienberichten zufolge enthielt auch die am Samstag in Mailand abgefangenen Paketbombe ein Schreiben derselben Gruppe, in dem der Motorradweltmeister Valentino Rossi bedroht wurde. Demnach soll Rossi seinen Sponsorenvertrag mit dem spanischen Energieunternehmen Repsol-YPF lösen. Rossi wurde nach den Drohungen unter Polizeischutz gestellt.

16.12.2002 12:38