Al Gore gibt auf: Keine Kandidatur im Jahr 2004
- Rennen um demokratischen Bush-Herausforderer offen

Der im Jahr 2000 trotz Stimmenmehrheit unterlegene US-Präsidentschafts-Kandidat Al Gore (Niederlage durch Wahl-Arithmetik) hat überraschend angekündigt, dass er im Jahr 2004 nicht wieder gegen George W. Bush im Rennen ums Weiße Haus antreten wird.
Im Fernsehsender CBS sagte der ehemalige US-Vizepräsident am Sonntagabend (Ortszeit), er habe sich entschlossen, auf eine Kandidatur zu verzichten.
Er wolle weiter in der amerikanischen Politik mitmischen und der Demokratischen Partei helfen, einen Präsidenten ins Weiße Haus zu schicken. Aber er fürchte, dass ein weiteres Rennen zwischen ihm und Bush von den eigentlichen Themen ablenken würde, sagte Gore. Er wolle, dass die augenblickliche Regierung abgelöst werde, und denke, dass er am besten dazu beitragen könne, wenn er nicht antrete sondern auf anderem Wege helfe.
Nach Angaben seiner Berater traf Gore seine Entscheidung erst vor wenigen Tagen. Da er in den letzten Wochen bei zahlreichen Talk- und Comedy-Shows im Fernsehen aufgetreten war, hatte Beobachter erwartet, dass er seine Kandidatur demnächst bekannt geben werde. Bei der Wahl 2000 war Gore unterlegen. Vorausgegangen war damals ein wochenlanges Wahldrama um möglicherweise falsch oder nicht ausgewertete Stimmen im Bundesstaat Florida. Entschieden wurde die Wahl schließlich zu Gunsten Bushs durch eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes der USA.
Gore galt als Favorit
Für die kommende Wahl galt Gore innerhalb der Demokratischen Partei als Favorit. Viele andere demokratische Politiker hatten auf Gores Entscheidung gewartet und einige hätten ihm wohl auch das Feld überlassen. Sie werden nach Einschätzung von Beobachtern nun bald über eine Kandidatur entscheiden. Zu den möglichen Kandidaten zählen Senator John Kerry aus Massachusetts, der frühere demokratische Minderheitsführer im Abgeordnetenhaus, Richard Gephardt, sein Senatskollege Tom Daschle und Gores früherer Vizepräsidentschaftskandidat Joe Lieberman.
Zahlreiche Respektbekundungen
Zahlreiche Politiker der Demokratischen Partei haben dem früheren US-Vizepräsidenten Al Gore für seine Entscheidung Respekt gezollt. Ex-Präsident Bill Clinton nannte Gore am Montag den "besten Vizepräsident, den Amerika je hatte". Er wisse, dass sich Gore auch in Zukunft für die Interessen der USA einsetzen werde. Senator Hillary Clinton erklärte, Amerika sei dank Al Gores Energie und Ideen heute besser dran und sie hoffe, dass er weiterhin für das Land arbeiten werde. Der frühere Minderheitsführer im Abgeordnetenhaus, Richard Gephardt, nannte Gore den anständigsten Politiker, den er kenne.
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Mordalarm in Wien10:53
Zu Tode geprügeltMann sagte nach Schlägerei bei der Polizei aus - nun folgte die Rache
