NEWS: Des Kanzlers rot-blaue Strategie
- Schüssel in NEWS: "Große Würfe auch ohne Große Koalition"
- PLUS: Die Sondierungen: Schwarz-Rot und Schwarz-Grün!
·"Große Würfe"
Schüssel in NEWS: Auch ohne SPÖ
·Vor dem 24.12.
Schwarz-roter Weihnachts-Gipfel
·Schwarz-Rot
Gipfelgespräch im Neuen Jahr
·"Zuchtmeister"
Andreas Khol wird 1. NR-Präsident
·Grasser-Zahlen
Defizit 1,3%, keine Steuererhöhungen
·Schwarz-Grün
Grüne: Das war das letzte Gespräch
·Schreiben Sie!
Schröpft Schüssel die Steuerzahler?
Die schwarz-rote Karte: Wie Schüssel die SPÖ in letzter Sekunde doch noch ins Verhandlungsboot zwingt. Die schwarz-blaue Karte: Warum die FPÖ um jeden Preis in die Regierung drängt und Schüssel trotzdem bremst.
Doch schwarz-rote Hochzeit?
Doch die SPÖ ist ab sofort für ernsthafte Gespräche zu haben und aus dem Kokettieren mit Schwarz-Rot könnte schon kommenden Montag beim Vier-Augen-Gespräch zwischen Wolfgang Schüssel und Alfred Gusenbauer ein heißer Flirt mit Heiratsabsicht irgendwann Ende Jänner, Anfang Februar werden.
Blaue Querbratereien
Aber wer weiß? Während Anfang der Woche FP-Chef Herbert Haupt in Kärnten mit Grippe das Bett hütete, tagten in Wien immerhin unbeirrt die Unterarbeitsgruppen der VP-FP-Koalitionsverhandler.
FP: Wir sind sehr, sehr weit
Im NEWS-Gespräch erklären gleich drei blaue Minister, Herbert Scheibner, Mathias Reichhold und eben Böhmdorfer, dass man schon sehr, sehr weit gekommen sei. FP-Klubchef Karl Schweitzer assistiert: Die Gespräche laufen sehr konstruktiv ab. In beiden Wahlprogrammen gibt es ja große Übereinstimmungen. Haupt, der Mittwoch aus dem Krankenstand zurückkehrte, will offenbar noch vor Weihnachten, entweder Freitag dieser oder Montag nächster Woche, in einer Plenarrunde ein schwarz-blaues Dacapo praktisch finalisieren.
Problembär Haider
Böhmdorfer erklärt denn auch, dass er sachlich keine Probleme für eine Fortsetzung der Koalition sehe. Diffiziler könnten da nur politische Probleme sein. Immerhin sind die Vorbehalte der ÖVP gegenüber dem instabilen Partner FPÖ, so der Tenor der schwarzen Minister und Landeshauptleute, doch sehr groß. Immer wieder fordern die schwarzen Verhandler Garantien. Und natürlich müssen sich die blauen Granden unangenehme Fragen zu Haider gefallen lassen.
VP-Notbremse für Schwarz-Rot
Offensichtlich geht es Schüssel derzeit gar zu schnell mit der FPÖ er setzt auf Zeit, um nicht potenzielle Großkoalitionäre wie Erwin Pröll, Thomas Klestil oder Hans Dichand zu vergrätzen. Schüssels offenbares Interesse: Er kann den Häupls, Leitls, Prölls und anderen mächtigen Kreisen, die Schwarz-Rot wollen, de facto ein Ultimatum stellen. Motto: Entweder ihr bringt rasch die SPÖ ins Boot, oder ich muss wieder Schwarz-Blau machen, weil das Land bald eine Regierung braucht.
Angenehmer Nebeneffekt für Schüssel: Er kann bei den Gesprächen die SPÖ mit diesem rasch abschließbaren, praktisch fertig ausverhandelten Pakt mit der FPÖ unter Druck setzen.
Und mit Gusenbauer in aller Ruhe seine Version der wirklich großen Reformen, für die man im Parlament eine Zweidrittelmehrheit braucht, auspokern, weil er die blaue Karte im Talon hat.
Schüssels schwarz-rote Volte
Es wäre schließlich nicht Schüssel, hätte er nicht diese neue Volte parat gehabt. Das war erstaunlich konstruktiv, begründet SP-Chef Alfred Gusenbauer, warum er nun doch mit Schüssel weiterreden will. Schüssel hat es wieder geschafft. Ursprünglich war Schwarz-Rot fast tot. Jetzt ist es zumindest so, dass alle Koalitionsvarianten wieder halbwegs offen sind, erklärt ein ebenfalls staunender VP-Insider.
Grassers Budgetstrip
Die Masche, mit der Schüssel die SP weich klopfte: Finanzminister Karl-Heinz Grasser, erstmals auf VP-Seite im Verhandlungsteam, musste in der trauten schwarz-roten Runde zum echten Budgetstrip antreten.
Auch wenn die angeblich so großen Reformen, für die Schüssel eine Zweidrittelmehrheit und wenigsten etwas Goodwill der Gewerkschaften braucht, laut Gusenbauer bestenfalls am Rande gestreift wurden: Von der zehnstufigen Leiter, wie Gusenbauer die Koalitionsverhandlungen skizzierte, sei bestenfalls Stufe eins überwunden, wenn sich Grassers Kassasturz als richtig herausstellt.
Schwarz-roter Terminplan
Dass man Grundsatzentscheidungen getroffen habe, stellt Gusenbauer jedenfalls in Abrede. Noch am kommenden Montag werde mit Schüssel die inhaltliche Agenda festgelegt. Am 3. und 4. Jänner klärt das SP-Präsidium die weitere Vorgangsweise. Erst wenn Schüssel am 7. oder 8. Jänner, bei der nächsten großen Runde, klarlegen könne, dass er ernsthaft verhandeln wolle und deshalb alle Gespräche mit der FPÖ abbreche , beginne die wahre Knochenarbeit. Frühestens Ende Jänner, wenn sich die Nebel lichten, eher wahrscheinlich im Februar, könne dann eine endgültige Entscheidung über Schwarz-Rot fallen, meint man in der SPÖ.
Rot-blaue Skepsis
Die Skepsis in der SPÖ bleibt freilich. Ein Verhandler: Schüssel würde sicher mit der FPÖ abschließen, wenn er nicht die Unsicherheit hätte, dass alles wieder binnen Jahresfrist platzt außerdem braucht er uns und den ÖGB für echte Reformen. Ganz wohl in seiner Verhandlerhaut ist angesichts des Pokerfaces auf der Gegenseite auch FP-Klubchef Karl Schweitzer nicht: Auch wenn wir inhaltlich sehr weit sind: Man sollte das nicht überbewerten. Ein blauer Minister wird im NEWS-Gespräch klarer: Am Ende kann es uns gehen wie der SPÖ 2000 verhandeln, bis wir Hemd und Hose verlieren, um am Ende doch in der Opposition zu landen.
Die ganze Story lesen Sie jetzt in der aktuellen Ausgabe von NEWS!
Dalai Lama in Österreich10:26
Keine Angst vor ChinaAußenministerium reagiert auf Chinas Empörung betont gelassen
Pilatus PC-6 und PC-708:27
BH verkauft OldtimerBundesheer trennt sich von Propellermaschinen. Auch Panzer stehen vor dem Verkauf.
