Jörg Haider verewigt sich mit Zitat des Jahres 2002: "Bin schon weg - Bin schon wieder da!"
- Passend zum Zitat das Unwort 2002: "Rücktritt vom Rücktritt"...
Mit dem Zitat des Jahres 2002 hat sich Jörg Haider verewigt: "Bin schon weg - Bin schon wieder da!" Dazu passt auch das Unwort 2002 - "Rücktritt vom Rücktritt". Laut Jury beschreibt es "in treffender Weise die Folgenlosigkeit des öffentlichen Handelns von Politikern und den Verlust an Ernsthaftigkeit im politischen Geschehen. Wie die Ereignisse gezeigt haben, gelang einem Politiker fünf Mal der Rücktritt vom Rücktritt, "was in dieser Vielzahl ein singuläres Ereignis darstellt", so die Jury.
Der Spruch des Jahres "Bin schon weg - bin schon wieder da!" sei in Österreich bereits zu einem geflügelten Wort geworden. Der Satz sei "in doppelter Weise ironisch, da die Formulierung 'Bin schon weg!' im alltäglichen Sprachgebrauch dann verwendet wird, wenn jemand noch da ist, aber bereits beim Gehen begriffen und damit einen Vorgriff auf Künftiges ausdrückt. Der besagte Politiker hat es aber geschafft, das künftige Wegsein bereits beim Weggehen durch gleichzeitiges Zurückkommen aufzuheben", diagnostizierte die Jury.
Unwort 2002: "Rücktritt vom Rücktritt"
Das Wort sei auch gewählt worden, "weil ein Rücktritt in der österreichischen Politik eher selten ist und der Rücktritt vom Rücktritt diese Seltenheit wieder als solche bestätigt". Drittens ermögliche er es "dem Betreffenden, folgenlos Aufmerksamkeit zu erregen. So gesehen ist dieses Zurücktreten gleichzeitig wieder ein Vortreten, und darum scheint es zu gehen. Die öffentlich-rechtliche Inszenierung".
Auf Platz 2 landete der "Schurkenstaat". Die Jury betrachtet dieses Wort als klassisches Unwort, "weil damit erstmals seit dem 2. Weltkrieg wieder ganze Staaten als kriminelle Einheit bezeichnet werden". Der Ausdruck verweise auf die Rückkehr kolonialer und imperialistischer Denkweisen.
Den 3. Rang nimmt die "Rückkehrberatung" ein. Der Charakter als Unwort sei vor allem dadurch gegeben, "dass es sich um einen klassischen Euphemismus (verhüllendes, schönfärberisches Wort) handelt, der einen problematischen Sachverhalt positiv und gegensätzlich zur eigentlichen Sache darstellt", meint die Jury. "Das Wort unterstellt, dass jemand bei der Rückkehr (in sein Heimatland) beraten wird, dabei eine gewisse Hilfe und mehrere Alternativen zur Verfügung gestellt bekommt. Tatsächlich besteht die 'Hilfe' vor allem darin, dass diese Personen gedrängt werden, mit einem Handgeld versehen in ihre Heimatländer zurückzukehren, wo ihnen jede Existenzgrundlage fehlt." (APA/red)










