Das Wort des Jahres 2002: Natürlich "Turo"!
- Das Zitat 2002: "Bin schon weg - bin schon wieder da!"
- Das Unwort 2002: "Rücktritt vom Rücktritt"
Der Sieger war 2002 klar: "Turo" wurde zum Wort des Jahres gekürt! Turo deswegen, weil es erstens eine Neuschöpfung war. Und zweitens von "besonderer sprachlicher Qualität" ist! Das Zitat 2002 ist ein echter Haider-Sager: "Bin schon weg - bin schon wieder da!"
Die Wahl wurde von einer Fachjury in Kooperation mit der APA durchgeführt. Zum "Unwort 2002" wurde der "Rücktritt vom Rücktritt" gekürt. Erstmals wurde ein "Spruch des Jahres" ermittelt - das zu einem geflügelten Wort avancierte "Bin schon weg - bin schon wieder da!".
Der "Teuro" sei zwar bereits 2001 aufgetreten, habe aber seine besondere Wirkung mit der endgültigen Euro-Einführung erst heuer entfaltet, hielt die Jury fest. Für die Wahl zum Wort 2002 waren drei Gründe ausschlaggebend: Es handelt sich um ein Neuwort (Neologismus), das aus der Verbindung von "teuer" und "Euro" entstanden ist. Das Wort habe "eine besondere sprachliche Qualität", weil es "auf kürzestmögliche Weise" die allgemein empfundene Verteuerung ausdrücke und gleichzeitig ein Wortspiel mit "Euro" bildet, das nur im Deutschen möglich ist.
Euro-Teuerung betrifft die Menschen!
Zudem wurde es von den Internetwählern mit großem Abstand vor alle anderen Kandidaten gereiht, "was vermuten lässt, dass sowohl das gesellschaftliche Problem der Verteuerung als auch die sprachliche Formulierung als herausragend angesehen wurde". "Möglicherweise wird uns der Euro in einiger Zeit aber noch in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes lieb und teuer (ahd. tiuri, nhd. teuer: = wertvoll, dauerhaft)", merkte die Jury an.
Weniger spannend: Auf Platz 2 als Wort des Jahres landete die "EU-Erweiterung" auf Grund der historischen Dimension des Beschlusses zur Aufnahme von zehn weiteren Mitgliedstaaten. "Darüber hinaus hat das Wort auch einen österreichspezifischen Aspekt, da die Unterstützung des Erweiterungsprozesses innerhalb der früheren Bundesregierung äußerst kontroversiell diskutiert wurde."
Platz 3 nimmt das Wort "Nullerinnerung" ein, "eine kreative Neu- und Parallelschöpfung eines österreichischen Journalisten - in Analogie zu 'Nulldefizit' (das österreichische Wort des Jahres 2001). Vom sprachlichen Standpunkt aus ist es eine prägnante Neubildung, die in ironischer und ambivalenter Weise die Vergesslichkeit der österreichischen Wählerinnen und Wähler deutlich macht, die trotz der sozialen Einsparungen sowie schmerzhafter wirtschaftlicher und steuerlicher Belastungen eine Partei mit einem hohen Wahlsieg belohnt hat, die diese Politik federführend vorantreibt", heißt es in der Begründung für die Auswahl. (APA/red)
