Freitag, 20. Dezember 2002

Starker Reiseverkehr an den Ostgrenzen

  • Lkw-Staus und Wartezeiten - Gastarbeiter auf dem Heimweg
  • Tourismus erfreut: Ausgezeichnete Buchungslage für Feiertage

Büro ade, Weihnachtsferien hallo! Wie üblich stehen die Urlauber im Stau. Der starke Reise- und Lkw-Verkehr setzte bereits am Freitag Morgen ein. Vom Reise-Auftakt des letzten Advent- und Einkaufswochenendes am stärksten betroffen: Die Ostgrenzen Richtung Slowakei und Ungarn. Laut ÖAMTC gab es bereits mehrstündige Wartezeiten. Der Tourismus freut sich zwischenzeitlich über die ausgezeichnete Buchungslage für die Feiertage.

Gastarbeiter auf dem Weg nach Hause
Laut ÖAMTC waren auch viele Gastarbeiter bereits auf der Fahrt in den Weihnachtsurlauburlaub. Am Übergang Nickelsdorf betrug die Wartezeit für Pkw deshalb eine Zeitlang etwa zwei bis drei Stunden! Auch Lkw-Fahrer mussten mehrere Stunden auf die Abfertigung warten.

Tourismus freut sich über Buchungslage
Die österreichischen Tourismusbetriebe können sich über eine ausgezeichnete Buchungslage über Weihnachten und Silvester freuen. Nach den jüngsten Schneefällen habe sich die Lage in den Wintersportregionen deutlich entspannt, der Schnee für die kommenden Feiertage sei in den meisten Skigebieten gesichert, zeigten sich die von der APA befragten Touristiker durchgehend erleichtert.

Neben dem Naturschnee sei durch die kalten Temperaturen vielerorts auch Kunstschnee dazugekommen, was den Skibetrieb zusätzlich begünstige.

42 Prozent des österreichischen Wintertourismus entfallen auf Tirol. Dort sei man sich "sehr optimistisch", das Rekord-Vorjahresergebnis zumindest wieder erreichen zu können, hieß es bei der Tirol Werbung. Alle großen Tourismusorte würden eine ausgezeichnete Buchungslage für Weihnachten und Silvester aufweisen.

In Salzburg, wo sich rund ein Drittel des österreichischen Wintertourismus abspielt, sei die Buchungslage ebenso ausgezeichnet, sagte der Geschäftsführer der Salzburger Land Tourismus Gesellschaft, Leo Bauernberger. Durch die jüngsten Schneefälle seien in den meisten Regionen 15 bis 30 cm Neuschnee dazugekommen, was die Lage deutlich entspanne.

Auch der größte Incomingbetrieb Österreichs, die Tiroler Eurotours, 100-Prozent-Tochter des Österreichischen Verkehrsbüros, zeigt sich für die angelaufene Wintersaison optimistisch: "Wir sind sehr zufrieden. Die Häuser sind voll, wir haben kaum mehr freie Zimmer", sagte Eurotours-Geschäftsführer Dieter Toth auf APA-Anfrage. Spätestens Mitte Jänner benötige man aber für die zu erwartenden Sporturlauber einen neuen Schub Schnee.

Für die gesamte Wintersaison 2002/03 erwarten die Touristiker nach dem letzten Rekordwinter erneut Zuwächse. Die Österreich Werbung rechnet mit einem Wertschöpfungsplus von 4 bis 5 Prozent, das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) prognostiziert ein Umsatzplus von 5 Prozent und ein leichtes Nächtigungsplus. Die nach wie vor teilweise vorhandene Terror- und Flugangst wird laut Wifo erneut für Zuwächse im Österreich-Tourismus sorgen, da Österreich als sicheres und mit dem Auto erreichbares Land gelte.

Auch punkto Auslandsreisen scheint die Reisefreude bei den Österreichern ungebrochen. Alle großen Reiseveranstalter weisen in den vergangenen Wochen ein deutliches Anziehen der Buchungen auf, besonders beliebt sind Fernreisen. Die Renner sind Ägypten, Türkei, Spanien sowie die Karibik. Auch mehrtägige Städtereisen über Silvester boomen nach Angaben der Veranstalter nach wie vor.

20.12.2002 10:41