Mittwoch, 18. Dezember 2002

Rekordergebnis bei Spendenaktion "Licht ins Dunkel"

  • Österreicher spendeten zu Weihnachten 5.819.442 €
  • Traditioneller ORF-Spendenmarathon war riesiger Erfolg

Zu Weihnachten hat Österreich wieder gezeigt, dass es beim Spenden Weltmeister ist: Im Rahmen der Sendung "Licht ins Dunkel" wurden alleine am Weihnachts-Tag 5.819.442 Euro gespendet. Damit wurde bei der 30. Ausgabe des traditionellen ORF-Spendenmarathons das Ergebnis vom Vorjahr um 400.000 Euro übertroffen! Wer noch nicht gespendet hat oder vielleicht sogar nochmal will, der hat noch bis 8. Februar die Möglichkeit dazu.

Mit dem Entzünden des Weihnachtslichtes eröffnete Kardinal Franz König, Alt-Erzbischof von Wien, "Licht ins Dunkel". Der traditionelle Spenden-Marathon des ORF zu Gunsten behinderter Kinder in Österreich füllte den gesamten Fernseh-Dienstag: Von 9:05 bis spät in die Nacht dauerte die 30. Ausgabe von "Licht ins Dunkel". Promis wie Elfriede Ott, Klaus Wildbolz, Günter Tolar und August Paterno sowie 230 Freiwillige des Bundesheers nahmen an den Telefonen Spendenzusagen entgegen. Wiens Bürgermeister meldete sich mit einer filmischen Grußbotschaft übergab einen 100.000 Euro-Scheck, Bundespräsident Klestil hielt eine Ansprache.

Telekom Austria sorgte für die Technik
Telekom Austria hatte in bewährter Tradition modernstes Telefonmanagement zur Verfügung gestellt: 208 Spendenannahmeplätze im Wiener ORF-Zentrum, 61 in den Landesstudios und weitere 10 im Call Center Graz. Die Spendentelefonnummer 0800 24 12 02 - unter der noch bis zum Abschluss der Aktion mit der "Promi-Millionenshow" am 8. Februar 2003 rund um die Uhr angerufen werden kann - ist kostenfrei aus ganz Österreich. Jeder Anrufer, der seine Spende bekannt gibt, erhält nach den Feiertagen einen Erlagschein (PSK 237 600) zugeschickt.
Gespendet werden kann aber auch auf der Homepage von "Licht ins Dunkel" (http://lichtinsdunkel.orf.at), entweder mit Kreditkarte oder man lässt sich einen Erlagschein zuschicken. Die Internetspenden konnten heuer einen gewaltigen Zuwachs verzeichnen und mit bisher rund 136.000 Euro ihr Vorjahresergebnis fast verdoppeln. Auch an der Möglichkeit via SMS zu spenden (? an die Nummer 0800 24 12 02), die von allen vier Netzbetreibern heuer bereits zum zweiten Mal angeboten wurde, fanden rund 45.000 Österreicher Gefallen.

Bundespräsident Thomas Klestil dankte anlässlich 30 Jahre "Licht ins Dunkel" in einer Grußbotschaft vor allem allen ORF-Mitarbeitern vor und hinter der Kamera für ihr Engagement und appellierte an die Österreicher, zahlreich zu spenden.

Der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, erinnerte im Rahmen des Spendenmarathons an die Krisen- und Kriegsherde dieser Welt. In Österreich müsse man im Vergleich dazu dankbar sein "für den Frieden, der uns geschenkt ist". Zur eingekehrten Ruhe in der katholischen Kirche meinte Schönborn: in der täglichen Arbeit werde viel Gutes getan - aber das mache nicht viel Lärm. Es gehe insgesamt nicht um Schlagzeilen und er sei froh, "dass die Kirche auch einmal in Ruhe leben darf".

Auch an jene denken, denen es nicht so gut geht
Der Wiener Caritas-Direktor Michael Landau betonte, Weihnachten sei auch die Zeit, an jene zu denken, "denen es nicht so gut geht". Er werde Dienstag Abend daher auch in die Gruft - eine Obdachlosen-Einrichtung der Caritas - und auf einen Bahnhof schauen, um auch mit diesen Menschen zu feiern. Zuvor hatte bereits König erklärt, er wünsche jenen, die einsam sein, dass sie das Bewusstsein hätten, er stelle die Weihnachtskerze "an Ihren Tisch, an Ihr Fenster" und denke an sie am Heiligen Abend.

Angesichts der auch durch "Licht ins Dunkel" dokumentierten Spendenbereitschaft der Österreicher betonte die scheidende Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer, ohne freiwillige Unterstützung und Hilfeleistung könnte Österreich gar nicht funktionieren. Die Freiwilligenhilfe sei "ein wesentlicher Bestandteil der Bürgergesellschaft".

Politiker an den Telefonen
Die neue Regierung sei "am Weg", betonte der neue Erste Nationalratspräsident Andreas Khol (V). In Anspielung auf den Heiligen Abend fügte Khol hinzu, er hoffe, dass man nicht nachher von einer "schönen Bescherung" spreche. Mehr wollte er sich nicht entlocken lassen: "Heute wird nicht politisiert." Khol hatte ebenso wie sein ehemaliges FPÖ-Gegenüber als Klubobmann, Peter Westenthaler, und später Sozialminister und FPÖ-Chef Herbert Haupt an einem Spendentelefon Platz genommen.

Haupt erklärte ohne "Licht ins Dunkel", aber etwa auch der Sonderaktion nach der Hochwasser-Katastrophe vom Sommer wäre die Soziallandschaft in Österreich "ärmer". Haupt betonte zudem, es sei für ihn berührend, dass Menschen, denen es nicht so gut gehe, ihre Brieftaschen oft weiter öffnen würden als jene, "die ein goldenes Haus haben".

100.000 Euro-Scheck von Häupl
Eine filmische Grußbotschaft übermittelte Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S): den Wienern wünschte er schöne, fröhliche und ruhige Weihnachten, der Spendenaktion übergab er einen 100.000 Euro-Scheck.

ORF-Generaldirektorin Monika Lindner betonte, dass sie der Aktion sehr verbunden sei, da sie Redakteurin der ersten "Licht ins Dunkel"-Fernsehsendung gewesen sei.

18.12.2002 11:13