Österreicher spenden bevorzugt für Österreicher
- Hochrechnung ergibt 308 Millionen Euro Spendengelder
·Licht ins Dunkel
Rekordergebnis im 30. Jahr: 5,8 Mio.
Spenden - ja, aber für wen! Eine neue Umfrage zeigt: Österreicher helfen am liebsten Österreichern. Laut Hochrechnung werden die Österreicher heuer insgesamt rund 308 Mio. Euro spenden.
Das ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes "market". "market" fragte rund 500 für die Gesamtbevölkerung repräsentativ ausgewählte Personen ab 15 Jahren, wofür sie einen zur Verfügung stehenden Betrag von 36 Euro spenden würden, und legte dazu eine Liste von Hilfsaktionen vor. Die mit 45 Prozent meisten Nennungen bekamen Spenden für misshandelte Kinder, gefolgt von 42 Prozent für Opfer von Umweltkatastrophen in Österreich. Jeweils 41 Prozent würden ihr Geld für Not leidende Familien und behinderte Kinder in Österreich geben. 34 Prozent würde ihre Geldbörse für krebskranke Menschen, 24 Prozent für Umweltschutzmaßnahmen öffnen.
Am Ende der Spendenliste stehen mit 14 Prozent Opfer von Umweltkatastrophen im Ausland, mit 13 Prozent Frauen in der 3. Welt, mit elf Prozent Straßenkinder in Brasilien, mit neun Prozent Kriegsopfer und mit jeweils fünf Prozent politische Flüchtlinge, Terroropfer in Amerika und Drogen- sowie Alkoholsüchtige.
Die Nachfrage nach der Spendenfreudigkeit für verschiedene Anliegen ergab, dass rund drei Viertel eher für nationale Hilfsaktionen spenden würden, ein Viertel eher für internationale. Die Spendenfrequenz ist sehr unterschiedlich: Ein Viertel der Bevölkerung spendet regelmäßig - das heißt: vier bis fünf Mal pro Jahr. In dieser Gruppe ist vor allem die ältere Bevölkerung überdurchschnittlich oft vertreten. Das Gros der Österreicher ist nur in bestimmten Fällen wohltätig, wobei hier humanitäre Zwecke überwiegen. 20 Prozent verweigern grundsätzlich Spenden, darunter überdurchschnittlich viele Jüngere.
Die durchschnittliche Spendenhöhe ermittelte "market" für heuer mit 20 Euro, das bedeutet eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr, wo der Wert bei umgerechnet 16 Euro lag. Hochgerechnet liegt das Gesamtjahresvolumen somit bei rund 308 Mio. Trotz dieses erhöhten Spendenaufkommens stießen die Meinungsforscher auch auf kritische Stimmen. So gaben zahlreiche Befragte an, sie würden sich sehr genau ansehen, wofür sie spenden. Rund der Hälfte der Österreicher sind Spendenaufrufe überhaupt lästig.
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