Sonntag, 15. Dezember 2002

"trend": Attila Dougudan ist Mann des Jahres 2002

  • Zwei Mega-Deals machten Do&Co-Gründer zum Global Player

Das Wirtschaftsmagazin "trend" hat den Nobel-Gastronomen und Do&Co-Gründer Attila Dogudan (Bild) zum "Mann des Jahres 2002" gekürt. Ausschlaggebend seien einerseits seine unternehmerische Gesamtleistung gewesen, andererseits zwei Mega-Deals, die sein Unternehmen zum Global Player machten: die Übernahme des Wiener Traditionskonditors Demel und der damit verbundene Einstieg des Raiffeisenkonzerns in das Do&Co-Reich, sowie die geplante Übernahme des langjährigen Hauptkonkurrenten Airest.

Attila Dogudan (43), Sohn einer Österreicherin und eines türkischen Vaters, begann 1981 mit einem schlecht gehenden Delikatessenladen, der im ersten Jahr eine Mio. S Verlust machte. Innerhalb weniger Jahre wurde daraus ein Restaurant-Treff mit hoher Promi-Dichte. Der eigentliche unternehmerische Höhenflug Dogudans nahm 1987 seinen Anfang, als er die Lauda Air als Caterer zu beliefern begann.

Unter dem Dach der Do&Co Restaurants & Catering AG finden sich neben den bekannten Restaurants auch eine Reihe von Auslandstöchtern. Sowohl in Miami als auch am New Yorker JFK-Flughafen hat Attila Dogudan Immobilien erworben und betreibt dort eigene Catering-Firmen, berichtet der "trend". Auch in London, Mailand, Berlin, Frankfurt und München habe sich Dogudan bereits niedergelassen.

Insgesamt werde das Unternehmen 2002 rund 95 Mio. Euro Umsatz mit 950 fixen und rund 400 freien Mitarbeitern erzielen. Die AG ist zu 51,6 Prozent im Besitz der Attila Dogudan Privatstiftung (Stiftungsräte: Dr. Waldemar Jud, Ing. Georg Thurn-Vrints, Peter Hoffman-Ostenhof). Seit 2. Oktober 2002 hält die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien 25,1 Prozent der Aktien, der Rest ist Streubesitz.

Die Airest, über viele Jahre Fast-Monopol-Caterer am Wiener Flughafen, soll - wie berichtet - von den bisherigen Eignern AUA, Gate-Gourmet und der Lufthansa-Tochter LSG zu Do&Co wechseln. Im Gegenzug würden sich AUA und Lufthansa bei Do&Co beteiligen. AUA und Do&Co bestätigten zwar Verhandlungen über einen Verkauf bzw. über eine Beteiligung am Caterer Airest, wollten aber zu Details bis dato keine Stellungnahmen abgeben. Man befinde sich im Verhandlungsstadium, hieß es. Die Verhandlungen finden unter Einbeziehung der anderen Airest-Eigentümer statt. Die AUA habe grundsätzlich festgestellt, im Zuge der Konzentration auf das Kerngeschäft ihren Anteil an der Airest verkaufen zu wollen.

Laut Medienberichten will die AUA bei DO & CO mit 5 Prozent einsteigen und dafür einen Drittelanteil an der Airest abgeben. Die AUA ist an der Airest mit 35 Prozent beteiligt, die Schweizer Gate Gourmet hält ebenfalls 35 Prozent die deutsche LSG Europa-Afrika GmbH ist mit 30 Prozent beteiligt.

15.12.2002 14:55