Dienstag, 10. Dezember 2002

EURO 2008 würde Wirtschaft neue Impulse geben

  • 6.000 neue Arbeitsplätze und 240 Mio. € Wertschöpfung
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Neben dem österreichischen Fußball wäre die heimische Wirtschaft der zweite große Nutznießer, sollte die Fußball-EM 2008 am Donnerstag im UEFA-Hauptquartier in Nyon an Österreich und die Schweiz vergeben werden. Der Zuschlag für das drittgrößte Sportereignis der Welt würde in den kommenden sechs Jahren rund 6.000 neue Arbeitsplätze schaffen, zudem fiele laut einer Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) vom März die heimische Wertschöpfung um 200 bis 240 Millionen Euro höher aus.

Als erste Branche würde laut dem Mitautor der Studie, IHS-Experte Christian Helmenstein, die ohnehin angeschlagene Bauwirtschaft profitieren. Die Nachfrage wird sich vor allem aus dem Ausbau und Neubau von Stadien in den Austragungsstätten Wien, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt ergeben. "Die EM wäre hervorragend dafür geeignet, einen schon bald einsetzenden konjunkturstabilisierenden Effekt in der Bauwirtschaft zu erreichen", erklärte Helmenstein, der im Fall eines EM-Zuschlags von 2003 bis 2005 rund 162 Mio. Euro an zusätzlichen Investitionen und knapp 90 Mio. Euro mehr Wertschöpfung prognostizierte, was pro Jahr rund 750 zusätzliche Jobs bedeuten würde.

Der größte Gewinner wäre nach Meinung des IHS freilich der Tourismus, der je nach Auslastung auf eine zusätzliche Wertschöpfung von 108 bis 152 Mio. Euro und im Jahr 2008 auf 3.000 bis 4.000 neue Jobs hoffen darf. Besonderen Nutzen würde nach Meinung von Helmenstein der wachstumsträchtige Bereich des Event-Tourismus ziehen. Regional gesehen rechnet der IHS-Experte vor allem für die Ostregion mit wichtigen Impulsen. Positiv sei auch, dass die EM im Juni, noch vor dem Anrollen des Sommertourismus, über die Bühne gehen würde, wodurch keine Verdrängungseffekte zu erwarten seien.

Kaum in Zahlen auszudrücken, aber deswegen nicht weniger wichtig, sind nach Meinung der Studienautoren die qualitativen Effekte der EM auf den Tourismus. "Sie würden einen Anreiz für Hoteliers schaffen, stärker in die Qualität zu investieren", meinte Helmenstein. Günstige Auswirkungen hätte die Austragung des Großereignisses in Mitteleuropa auch auf die österreichische Medien- und Werbebranche, wo allerdings keine neuen Jobs entstehen dürften, und vor allem auf das Sport-Sponsoring. Die zusätzlichen Einnahmen in diesem Bereich könnten nach einer IHS-Modellrechnung rund 53 bis 92 Mio. Euro erreichen.

Selbst der Finanzminister dürfte sich freuen, würde sich doch das Steueraufkommen zum Großteil über die Mehrwertsteuer um 32 bis 49 Mio. Euro erhöhen. Auch mit Umsatzsteigerungen bei Sportwettenanbietern und stimulierenden Auswirkungen auf die Telekommunikationsanbieter ist zu rechnen.

10.12.2002 09:34