Montag, 9. Dezember 2002

Euphorie schwindet, Aktionitis gegen Umsatzminus

  • Umsätze bis zweiten Adventsamstag um 3 Prozent niedriger
  • PLUS: Advent-Rausverkauf - Preisbomben zum Durchklicken!

Die anfängliche Euphorie im heurigen Weihnachtsgeschäft beginnt zu schwinden: Nachdem der erste Adventsamstag noch ein nominelles Plus von 15 Prozent eingebracht hatte, lagen die Umsätze am zweiten Einkaufssamstag nur mehr um 2 Prozent nominell über dem Vorjahreswert. Kumuliert brachte die erste Dezemberwoche inklusive der beiden verlängerten Samstage dem österreichischen Handel ein nominelles Minus von 3 Prozent. Dies ergab die aktuelle Umfrage des Instituts für Gewerbe- und Handelsforschung (IfGH) bei rund 300 Handelsunternehmen.

Die Handelsexperten in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) sind dennoch überzeugt, dass die Österreicher auch heuer wieder rund 1,45 Mrd. Euro für Weihnachten ausgeben werden und damit die Dezemberumsätze auf Vorjahresniveau liegen werden. Als Ausgleich für den 8. Dezember, der heuer auf einen Sonntag fiel und damit für den Handel verloren ist, hoffen die Händler heuer auf den 23. Dezember.

Bücher und Papier als Renner
Als Renner entpuppten sich am 2. Adventsamstag Bücher und Papier sowie Elektro- und Fotoartikel mit einem Umsatzplus von je 18 Prozent, Spielwaren mit plus 23 Prozent und Uhren und Schmuck mit plus 17 Prozent. Zugelegt hat auch der Schuhhandel, der am Samstag vom Kälteeinbruch profitiert hat, auch Skier gingen besser als zuvor. Zu den Rennern zählten neuerlich auch DVD-Player, Digitalkameras und teure Parfüms.

Gesamt Elektro- und Spielehändler im Minus
Insgesamt sind bisher der Buchhandel und die Uhren- und Schmuckhändler mit einem leichten Plus von 1 Prozent im bisherigen Weihnachtgeschäft noch relativ gut davongekommen. Elektrohändler und Spielwarengeschäfte verzeichneten laut IfGH-Umfrage ein Minus von je 3 Prozent. Sportartikelhandel, Modegeschäfte und Schuhhandel setzten in der ersten Dezemberwoche um 6 Prozent bzw. 7 und 8 Prozent weniger um als im Vorjahreszeitraum. Diese Branchen hoffen nun jedoch, dass die kalte Witterung auch die unzähligen Rabattaktionen, die mittlerweile fast Weihnachtstradition haben - ihre Umsätze doch noch ankurbeln werden.

Immer mehr Rabatte zum Kundenfang
"Ich kann die allgemeine Euphorie nicht teilen", so Karl Fürnkranz vom gleichnamigen Wiener Traditions-Modehaus. Fürnkranz verzeichne bis jetzt ein knappes Minus "und ich glaube nicht, dass es hausgemacht ist". Die 30 Prozent-Rabatte, die auf etwa ein Drittel der Waren in den Geschäften gegeben werden, sind laut Fürnkranz nichts Besonderes mehr, allerdings sei man heuer noch früher dran.

Auch bei der Textilkette Schöps gehören Aktionen a la "Holiday-Shopping" - sprich Rabattaktionen an bestimmten Tagen - bereits zur Normalität. Nach einem müden November sei der Dezember ganz gut angelaufen, so Schöps-Marketingleiterin Renate Zinober. Auch im Dauer-Markenabverkaufs-Eldorado im burgenländischen Parndorf liefen die Geschäfte im bisherigen Weihnachtsgeschäft "sehr zufriedenstellend". Der erste Einkaufssamstag brachte ein Plus von 19 Prozent, der zweite plus 7 Prozent.

9.12.2002 14:20