12.12.2002 16:22

Bauwirtschaft und Tourismus haben auch gewonnen

  • Bis zu 240 Mio. € mehr Wertschöpfung und 6.000 Jobs zusätzlich
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Nach der Vergabe der Fußball-EM 2008 an Österreich und die Schweiz zählt auch die österreichische Wirtschaft zu den sicheren Gewinnern. Wie hoch die wirtschaftlichen Impulse tatsächlich ausfallen werden, kann niemand genau beziffern - laut einer Studie des IHS erhöht sich die Wertschöpfung durch das sportliche Großereignis in Österreich aber zwischen 195 bis 240 Mio. Euro, rund 6.000 neue Jobs werden entstehen. Am stärksten werden die Branchen Bau und Tourismus profitieren.

Einen "Riesengewinn für den österreichischen Tourismus" ortet Verkehrsbüro-Generaldirektor Rudolf Tucek in einer ersten Reaktion. Die Veranstaltung bedeute eine "wochenlange Berichterstattung in großen Teilen der Welt, Tausende zusätzliche Nächtigungen und eine Umwegrentabilität, die sich vorläufig noch nicht einmal abschätzen lässt." Bis 2008 dürften laut IHS-Studie zwischen 3.000 und 4.000 neue Jobs allein im Tourismus entstehen - zumindest temporär. Die zusätzliche Wertschöpfung für den Tourismus wird von den Experten auf bis zu 150 Mio. Euro taxiert. In den Veranstaltungsmonaten selbst ist mit bis zu 930.00 zusätzlichen Übernachtungen zu rechnen.

Auch die Bauwirtschaft darf sich freuen
Mit wesentlichen Impulsen rechnet man auch in der Bauwirtschaft, wo für die kommenden drei Jahre mit jährlich jeweils etwa 750 zusätzlichen Arbeitsplätzen gerechnet wird. Dabei geht der Impuls einerseits durch die notwendig werdenden Adaptierungen von Stadien aus: Beim neuen Tivoli in Innsbruck muss das Dach abgenommen werden, um die Arena um einen Rang auf 30.600 Fassungsvermögen aufzustocken, auch das neue Stadion in Salzburg, das erst eröffnet wird, muss mit rund 15 Mio. Euro noch einmal umgebaut werden. 40 Mio. Euro soll das neue Stadion Klagenfurt in Waidmannsdorf (30.757 Plätze) kosten. Auch das Wiener Happel-Stadion muss um rund 15 Mio. Euro adaptiert werden, um das Fassungsvermögen zu erhöhen.

Aber auch Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur oder in die touristische Infrastruktur stehen an. Die zusätzliche Wertschöpfung in der Bauwirtschaft wird auf rund 100 Mio. Euro taxiert. "Bisher war das bei uns noch kein Thema. Wir werden uns aber sicher genau anschauen, was das konkret für uns bedeutet", sagt Michael Steibl, Geschäftsführer des österreichischen Bauindustrie-Verbands VIBÖ.

Positive Effekte auch für Werbung und Medien
Auch der Werbe- und Medienmarkt wird von der Fußball-EM positiv beeinflusst werden. In der Modellrechnung des IHS geht bis 2008 von 52 bis 92 Mio. Euro an zusätzlichen Werbe- und Sponsoringeinnahmen aus. Auch die Wett-Branche und die Telekommunikationsanbieter werden bessere Geschäfte machen. Und schließlich darf sich auch der Finanzminister über kumuliert 50 Mio. Euro mehr Einnahmen freuen - etwa die Hälfte davon aus der Mehrwertsteuer.

12.12.2002 16:22
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