EURO 2008: Budget von 110 Mio. Euro veranschlagt
- Zehn Milliarden TV-Zuschauer prognostiziert
- 6000 Neue Arbeitsplätze für Österreich
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Die Bewerbung Österreich/Schweiz
Österreich und die Schweiz stehen in fünfeinhalb Jahren anlässlich der EURO 2008 im Mittelpunkt der Fußball-Welt. Von 7. Juni (Eröffnung in Bern) bis 29. Juni (Finale im Wiener Ernst Happel-Stadion) werden die 16 besten Nationalmannschaften des Kontinents in 31 Spielen den Europameister küren. Die EM-Endrunde, gemessen an Zuschauer-Zahlen und TV-Resonanz das drittgrößte Sportfest der Welt, rückt die Alpenregion nicht nur sportlich ins Rampenlicht, sondern bringt auch der heimischen Wirtschaft Impulse. So wie auch der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft, die sich bisher noch nie für eine EM-Endrunde qualifizieren konnte, als Team des Veranstalters aber fix dabei ist.
Im Unterschied zur EURO 2004, die an Portugal (und nicht Spanien) vergeben wurde, setzte sich diesmal der Favorit durch. Unter dem Motto "Football's best - close to you" überzeugten Österreich und die Schweiz die Exekutivmitglieder mit starken Argumenten: Acht topmoderne Stadien sind gebaut oder fertig geplant und finanziell garantiert. Sicherheit in beiden Ländern ist groß geschrieben. 80 Prozent der Bevölkerung der Alpenländer unterstützten die Kandidatur. Leichte Erreichbarkeit im Zentrum Europas und eine EM der kurzen Wege zwischen den Spielorten und von den Stadien in die Zentren. Wirtschaftliche und finanzielle Stabilität, kulturelles und touristisches Angebot erster Güte abseits der Stadien, eine hervorragende Infrastruktur sowie Erfahrung bei der Ausrichtung von Großereignissen waren die Trümpfe der Bewerbung.
Das Budget beträgt 110 Mio. Euro, es entspricht damit in etwa jenem der EURO 2000 von Belgien und den Niederlanden. Auch bei den Zuschauer-Zahlen hielt man sich an die bisher einzige gemeinsame Ausrichtung. ÖFB und SFV rechnen mit einer 100-prozentigen Auslastung der Stadien bei den 31 Spielen, also mit 1,138 Mio. Matchbesuchern. Immerhin gaben bei einer Umfrage in den beiden Ländern 60 Prozent der Befragten an, ein Spiel live sehen zu wollen.
Sieben neue Stadien und das Ernst Happel-Stadion, die Fünf-Stern-Arena der UEFA, werden Austragungsorte der EURO 2008 sein. Das Happel-Stadion muss noch geringfügig ausgebaut und adaptiert werden (von derzeit 48.500 auf über 50.000 Zuschauern Kapazität). Salzburg wird am 8. März mit dem Bundesliga-Spiel gegen Kärnten eröffnet, muss aber noch für rund 15 Mio. Euro von derzeit 18.000 auf 30.020 Kapazität ausgebaut werden. Beim Tivoli neu in Innsbruck muss das Dach abgenommen werden, um die Arena um einen Rang auf 30.600 Fassungsvermögen aufzustocken. Das um 40 Mio. Euro geplante Stadion Klagenfurt in Waidmannsdorf (30.757) existiert derzeit nur auf dem Reißbrett. In der Schweiz ist Basel (30.132) fertig, Genf (30.502) wird im März kommenden Jahres eröffnet. Bern (40.228) und Zürich (30.016) folgen 2004 und 2006.
Die Finanzierung erfolgt(e) in Österrreich vorwiegend mittels Drittelfinanzierung der öffentlichen Hand (je ein Drittel der Kosten für Bund, Land und Stadt), lediglich die Adaptierung des Happel-Stadions um geplante 14,9 Mio. Euro würde zu je der Hälfte durch Bund und Stadt getragen. In der Schweiz erfolgte der Stadionbau vorrangig mittels privater Finanzierung. Private Konsortien, meist angeführt von der Credit Suisse, kamen für bis zu 96 Prozent der Kosten auf. Allein 30 Mio. Schweizer Franken (20,4 Mill. Euro) wurden für die Sicherheit budgetiert.
Doch die EURO 2008 soll zu einem Gewinn für die Alpenregion werden. Geschätzte zehn Milliarden TV-Zuschauer in über 200 Ländern werden die EM-Spiele verfolgen, 10.000 akkreditierte Journalisten werden von den Partien berichten, 300.000 Fußball-Touristen über eine Million Nächtigungen tätigen. Die EURO 2008 wird allein in Österreich rund 6.000 neue Arbeitsplätze schaffen und die Wertschöpfung um 200 bis 240 Mio. Euro erhöhen. Vor allem Bauwirtschaft und Tourismus dürfen sich über den am Donnerstag in Nyon erfolgten Zuschlag freuen, aber auch der Finanzminister wird sich über ein höheres Steueraufkommen von bis zu 49 Mio. Euro freuen können, ergab eine Untersuchung des Instituts für Höhere Studien. Kaum auszudrücken ist zudem der Werbeeffekt.










