Samstag, 14. Dezember 2002

Red Bull-Boss übernimmt den A1-Ring

  • Der Getränkehersteller wird den ÖAMTC ablösen
  • Mateschitz gründet in den USA eigenes Formel-1-Team

Seit dem Hl. Abend ist es fix! Der österreichische Energy-Drink-Erzeuger Red Bull übernimmt den A1-Ring. Die Verhandlungen zwischen dem Land Steiermark, Red Bull-Boß Dietrich Mateschitz (Bild) sowie dem Pächter des A1-Rings, dem ÖAMTC, sollen im Jänner 2003 jedenfalls abgeschlossen sein. Ab dem Jahr 2004 soll am Formel-1-Ring in Spielberg in der Obersteiermark unter anderem ein Privatgymnasium inklusive Motorsportakademie entstehen.

Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz wird seine Aktivitäten im Motorsport ausdehnen und hat als Investor mit dem A1- Ring revolutionäre Ideen. Die Pläne sehen eine Motorsport-Akademie, eine "Akademie für Aeronautik" sowie Angliederung von Fachhochschule bzw. Privatuniversität und zusätzlich ein Hotelkonzept vor - damit soll eine Auslastung von 300 Tagen im Jahr erreicht werden.

"Der Vertrag wird zwar erst im Jänner unterschrieben, aber inhaltlich bin ich mit dem Land Steiermark bereits einig", wird Mateschitz im Nachrichtenmagazin "FORMAT" zitiert.

Red Bull pachtet demnach den A1-Ring und steigt in die bisherigen Verträge des ÖAMTC ein. "Wir suchen gerade ein neues Management", so Mateschitz im "FORMAT". Ab 2004 plant der erfolgreiche Unternehmer auch als Veranstalter des Formel 1-GP aufzutreten. A1-Ring- Geschäftsführer Hans Geist meinte dazu am Donnerstag auf APA-Anfrage: "Ich spreche erst über konkrete Sachen, neue Ideen sind aber durchaus positiv."

In einem ersten Projektplan wird ein "Privatgymnasium mit Internat der Red Bull-Stiftung" mit angeschlossener internationaler "Motorsportakademie" sowie der "Akademie für Aeronautik" errichtet. Es soll die Möglichkeit geboten werden, Rennfahrer, Piloten und technisches Personal umfassend und auf hohem Niveau auszubilden. Die Ausbildung basiert in der Motorsportakademie auf drei Modulen, den Bereichen "Racing", "Economy" und "Engineering".

In einer weiteren Ausbaustufe denkt man an die Angliederung einer Fachhochschule und/oder einer Privatuniversität. Um den umfassenden Betrieb wirtschaftlich sinnvoll betreiben zu können, wird möglichst ein Ganzjahresbetrieb angestrebt.

Die Gesamtinvestitionen sollen rund 200 Millionen Euro betragen. "Das kommt jedoch nicht alles von mir", stellte Mateschitz klar, der mit Red Bull auch in der Formel 1 weiter präsent bleiben will. So steht für 2004 ein All American Team zur Diskussion.

14.12.2002 12:07
Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts