Jordan klagt über Finanzkrise - Kritik an Autoherstellern
- "Wer investiert in ein Geschäft, dessen Zukunft nicht sicher ist?"
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Formel-1-Teamchef Eddie Jordan hat die kritische Finanz-Situation vieler Rennställe beklagt und Kritik an den großen Automobilherstellern geübt. "Zurzeit geht es bei uns nur ums Überleben. Und das betrifft die Hälfte der Teams", sagte der ehemalige Chef der deutschen Piloten Heinz-Harald Frentzen und Ralf Schumacher in einem Interview der Fachzeitschrift "sport auto".
Gleichzeitig äußerte sich der Rennstallbesitzer "ein bisschen enttäuscht" von den Autokonzernen. Die Hersteller drohen seit längerem mit der Gründung einer eigenen Rennserie. "Sie versprechen tolle Sachen, wenn sie von ihrer eigenen Serie sprechen, aber sie tun nichts dafür", monierte Jordan, der auch Schäden für die Formel 1 befürchtet: "Die Diskussionen um ihre eigene Serie vertreiben noch mehr Sponsoren. Wer investiert in ein Geschäft, dessen Zukunft nicht sicher ist?" Zudem würden große Teams seinen Angaben zu Folge oft versuchen, einem kleineren Team wie Jordan gute Ingenieure, Fahrer und Geldgeber abzuwerben. "Wenn ich einen guten Sponsor aufreiße, kommen sie wie die Hyänen und wollen ihn mir wegnehmen", so Jordan. Drei Automobilhersteller hätten versucht, seinen Sponsor Deutsche Post wegzulocken.
Der Ire hält die aktuelle Formel-1-Krise für die schwerwiegendste seit langer Zeit. "Wir verlieren Sponsoren, und es gibt keine Anzeichen, dass neue vor der Tür stehen. Ich kann mich nicht erinnern, dass es schon einmal so schlimm war." Die Gründe dafür sieht Jordan nicht in der Formel 1 und der fehlenden Spannung durch die Dominanz Michael Schumachers begründet, sondern in der allgemeinen Wirtschaftssituation. "Die Märkte befinden sich im freien Fall. Viele Investoren checken jetzt, ob die Formel 1 ihren Preis wert ist."
In der Diskussion um die Nachfolge von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hält Jordan den Briten für beinahe unersetzbar. "Er ist mit Abstand der Beste. Wer immer ihm nachfolgt, muss wie er sein ganzes Leben im Motorsport verbracht haben", glaubt Jordan: "Beim größten Respekt: Glauben Sie, ein Jürgen Hubbert von Mercedes, ein Patrick Faure von Renault könnten diesen Job ausfüllen?"
