Sonntag, 15. Dezember 2002

1. KO-Slalom: Ivica Kostelic siegt in Sestriere

  • Schilchegger als bester Österreicher nur Achter
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Der 1. KO-Slalom kann zumindest den Österreichern gestohlen bleiben. Denn als Bester der ÖSV-Asse belegte Heinz Schilchegger nur den achten Platz. Der Sieg geht an den Kroaten Ivica Kostelic, eine Hundertstel vor dem Italiener Giorgio Rocca.

Mit dem Sieg von Ivica Kostelic ist am Montagabend in Sestriere die K.o.-Slalom-Weltcup-Premiere der Herren zu Ende gegangen. Der 23-jährige Kroate setzte sich bei seinem vierten Sieg (alle im Slalom) mit dem Minimalvorsprung von 1/100 Sekunde auf den italienischen Lokalmatador Giorgio Rocca durch, der Norweger Truls Ove Karlsen (+0,25 Sek.), der sein bestes Weltcup-Resultat erzielte, komplettierte als Dritter das Podest. Als bester Österreicher landete Heinz Schilchegger (+0,70), der als einziger ÖSV-Läufer den Sprung ins Neuner-Finale geschafft hatte, auf dem achten Rang.

Nur Schilchegger im Finale
Nach der ersten K.o.-Runde hatte es für die Österreicher noch sehr gut ausgesehen. Mit Pranger (10. Endrang), Überraschungsmann Reinfried Herbst (13.), der sich mit Startnummer 61 als 30. der Qualifikation gerade noch für den Hauptbewerb qualifiziert hatte, Florian Seer (15.), Schilchegger und Kilian Albrecht (14.), der sich im ÖSV-internen Duell mit Benjamin Raich um 7/100 durchgesetzt hatte, waren gleich fünf Österreicher unter die letzten 18 gekommen. Doch im zweiten K.o.-Lauf schaffte dann lediglich Schilchegger den Aufstieg ins Finale.

Pranger sauer
"Da fährt man drei Mal unter die ersten Drei, muss im Finale zuschauen und ist am Ende Zehnter. Das ist einfach unfair", ärgerte sich Pranger, der in der Qualifikation Zweiter, im ersten K.o.-Durchgang Schnellster und im zweiten dann von der Zeit her Dritter war: Allerdings war der direkte Konkurrent Karlsen noch um 6/100 schneller als der Tiroler. "Der Slalom ist ein gutes Produkt, das man nicht ändern braucht", schloss sich Albrecht der Kritik von Pranger an, und auch Benjamin Raich, der auf dem 21. Platz landete, meinte: "Der Modus ist schwer durchschaubar und nicht fair!" Schilchegger war zwar mit seiner Leistung "zufrieden", doch nicht mit der Premiere. "Dieser Modus wird sich sicher nie durchsetzen", prophezeite der Salzburger.

Sensationsmann Herbst
Und so strahlte am Ende von den Österreichern einzig Herbst, der in seinem erst zweiten Weltcup-Rennen als 13. gleich 20 Punkte holte. "Das ist ein Wahnsinnserfolg für mich", freute sich der 24-jährige Sensationsmann, der den Sprung ins Weltcup-Team erst so spät schaffte, weil er durch zwei schwere Knieverletzungen in den vergangenen Jahren weit zurückgeworfen worden war. "Für mich war schon der Sprung in die Top 30 ein Gewinn. Und ich habe mich riesig gefreut, dass ich mich in der ersten Runde gegen Quali-Sieger Rocca durchgesetzt habe."

Keine Zukunft für K.o.-System
Im zweiten K.o.-Durchgang scheiterte Herbst am späteren Triumphator Kostelic, dessen Start in Sestriere lange fraglich gewesen war. "Ich hatte am Morgen noch große Probleme mit dem Rücken und konnte nicht stehen", berichtete der Slalom-Weltcup-Sieger der abgelaufenen Saison. "Mit Massagen wurde es dann besser, aber im ersten Qualifikationslauf hatte ich noch Schmerzen. Abends war es dann viel besser." Auch Kostelic kritisierte das K.o.-System, das im Neuner-Finale nicht mehr angewendet wird. "Der Quali-Slalom kann wegen der kleinen Differenzen spektakulär sein, aber der Weltcup soll nicht kleiner werden, sondern größer. Nur neun Leute im Finale, das ist zu exklusiv." Sogar FIS-Renndirektor Günther Hujara sagte, dass der Bewerb "keine große Zukunft" habe.

In der Qualifikation waren vier ÖSV-Läufer gescheitert, neben Martin Marinac, Kurt Engl und Pierre Egger auch Park-City-Gewinner Rainer Schönfelder. "Ich habe alles riskiert, dabei ist mir ein Fehler passiert, der mich unheimlich ärgert", erklärte der Kärntner, der damit auch das Rote Trikot im Slalom-Weltcup an Kostelic verlor. "Das hole ich mir aber bald wieder zurück", kündigte Schönfelder an. Auch US-Star Bode Miller hatte nicht den Sprung unter die Top 30 geschafft.

Endstand Weltcup-KO-Slalom:
1.Ivica KostelicCRO34,32 Sek.
2.Giorgio RoccaITA34,33+0,01
3.Truls Ove KarlsenNOR34,57+0,25
4.Hans-Petter BuraasNOR34,69+0,37
5.Jean-Pierre VidalFRA34,72+0,40
6.Chip KnightUSA34,89+0,57
7.Harald Strand-NilsenNOR34,94+0,62
8.Heinz SchilcheggerAUT35,02+0,70
9.Kevin PageFRAohne Zeit (Torfehler)
10.Manfred PrangerAUT
11.Tom StiansenNOR
12.Kalle PalanderFIN
13.Reinfried HerbstAUT
14.Kilian AlbrechtAUT
15.Florian SeerAUT
16.Rene MlekuzSLO
17.Andreas NilsenNOR
18.Ales GorzaSLO
19.Markus LarssonSWE
20.Mitja KuncSLO
21.Benjamin RaichAUT
22.Markus GanahlLIE
23.Sebastien AmiezFRA
24.Tom RothrockUSA
25.Markus EberleGER
26.Johan BroleniusSWE
27.Kjetil-Andre AamodtNOR
28.Hannes Paul SchmidITA
29.Pierrick BourgeatFRA
30.Edoardo ZardiniITA

15.12.2002 16:52