Eberharter gewann Weltcup-Abfahrt in Val d'Isere
- Beim fünften Saisonsieg vor Kröll und Schifferer
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Drei Rennen, drei Siege - Stephan Eberharter ist derzeit in der Abfahrt scheinbar unschlagbar. Mit seinem überlegenen Triumph am Samstag in Val d'Isere fixierte der Zillertaler in der noch jungen Saison in den ersten drei Rennen (Beaver Creek, Lake Louise, Val d'Isere) den Abfahrts-Hattrick, ein Kunststück, das zuletzt 1977 Franz Klammer gelungen war. Eberharter führte gleichzeitig mit einer Siegerzeit von 1:58,09 Minuten vor Klaus Kröll (+0,69) und Andreas Schifferer (0,94) einen ÖSV-Dreifacherfolg an und holte zum fünften Mal in dieser Saison und zum zwölften Mal im Kalenderjahr 2002 Platz eins in einem Weltcup-Rennen.
Ein wenig im Schatten des absoluten Dominators aus Tirol setzten zwei weitere Österreicher persönliche Meilensteine, der 22-jährige Kröll landete als Zweiter erstmals auf dem Podest, auf dem 28-jährige Schifferer, zuletzt in der Abfahrt von schweren Selbstzweifeln geplagt, zum ersten Mal in der Königsdisziplin seit seinem Sieg in Gröden 1999 wieder stand. Bester Nicht-Österreicher war der Franzose Antoine Deneriaz, der bis zur Startnummer 27 (Kröll) mit dem Publikum auf den zweiten Heimsieg nach Carole Montillet am Freitag (Super-G) hoffen durfte, im Endeffekt jedoch weit über eine Sekunde (1,32) Rückstand auf Eberharter hatte. Werner Franz (7.), Hannes Trinkl (10.), Josef Strobl (16.), Peter Rzehak (17.) und Fritz Strobl (20.) waren die weiteren Mitglieder der ÖSV-Armada unter den Top-20.
"Bin kein Übermensch"
"Wie macht das der Eberharter?", war auch in den französischen Alpen die Frage, nachdem der Gesamt-Weltcup-Sieger nur wenige Tage nach der Rückkehr aus Übersee und schon wieder mit zwei Trainings in den Beinen die Konkurrenz demoliert hatte. "Übermensch bin ich deswegen aber keiner, alle sind gleich", meinte der 33-Jährige nach seinem 21. Weltcup-Erfolg. "Den Unterschied macht die Vorbereitung und die Form aus", analysierte Eberharter die Details, die derzeit den Ausschlag zu seinen Gunsten geben. Eberharter glückte damit auch die Abfahrts-Titelverteidigung in Val d'Isere, wo er 2001 auch im Super-G gewonnen hatte. Einen weiteren Val d'Isere-Doppelpack kann der überlegene Weltcup-Leader (259 Punkte Vorsprung auf Kjetil-Andre Aamodt) bereits am (morgigen) Sonntag unter Dach und Fach bringen, denn im Riesentorlauf zählt Eberharter ebenfalls zu den großen Favoriten.
Starke leistung von Kröll
Auch der zweitplatzierte Kröll beschrieb Eberharter als "momentan verdammt schwer zu schlagen", freute sich aber in erster Linie über die eigene Leistung. "Mit einem Stockerlplatz hab ich wirklich nicht gerechnet, die Top-5 waren mein großes Ziel", war der Steirer aus Öblam überrascht, wobei Val d'Isere zu den absoluten Lieblingsstrecken des Motocross-Fans zählt.
"Mann des Tages"
Heimlicher "Mann des Tages" war aber Andreas Schifferer, der in Übersee eigentlich schon auf die Abfahrt "pfeifen" wollte. "Die letzten Monate waren in der Abfahrt Kalt-Warm, wie es schlimmer nicht sein könnte. Zunächst aus dem Team und auf dem Weg Richtung Europacup, jetzt auf dem Stockerl", war dem Salzburger die Erleichterung ins Gesicht geschrieben.
ÖSV-Abfahrtsmacht
Die Konkurrenz zerschellte also in Val d'Isere einmal mehr an der ÖSV-Abfahrtsmacht, die in Hochsavoyen bereits zum 18. Mal zugeschlagen hat, alles in allem war es der 37. österreichische Weltcup-Erfolg in Val.
| Weltcup-Abfahrt in Val d'Isere: | |||
| 1. | Stephan Eberharter | AUT | 1:58,09 (Schnitt: 106,03 km/h) |
| 2. | Klaus Kröll | AUT | +0,69 |
| 3. | Andreas Schifferer | AUT | +0,94 |
| 4. | Antoine Deneriaz | FRA | +1,32 |
| 5. | Kjetil-Andre Aamodt | NOR | +1,42 |
| 6. | Didier Defago | SUI | +1,47 |
| 7. | Werner Franz | AUT | +1,53 |
| 8. | Bruno Kernen | SUI | +1,66 |
| 9. | Bjarne Solbakken | NOR | +1,67 |
| 10. | Hannes Trinkl | AUT | +1,90 |
| 11. | Franco Cavegn | SUI | +1,94 |
| 12. | Kristian Ghedina | ITA | +1,95 |
| 13. | Ambrosi Hoffmann | SUI | +2,02 |
| . | Sebastien Fournier | FRA | +2,02 |
| 15. | Pierre-Emanuel Dalcin | FRA | +2,13 |
| 16. | Josef Strobl | AUT | +2,18 |
| 17. | Peter Rzehak | AUT | +2,28 |
| 18. | Nicolas Burtin | FRA | +2,43 |
| 19. | Bode Miller | USA | +2,44 |
| 20. | Fritz Strobl | AUT | +2,46 |
| 21. | Daron Rahlves | USA | +2,47 |
| 22. | Jürg Grünenfelder | SUI | +2,67 |
| 23. | Michael Walchhofer | AUT | +2,74 |
| 24. | Claude Cretier | FRA | +2,94 |
| . | Matteo Berbenni | ITA | +2,94 |
| 26. | Jakub Fiala | USA | +2,99 |
| 27. | Finlay Mickel | GBR | +3,00 |
| 28. | Erik Guay | CAN | +3,04 |
| 29. | Andrej Jerman | SLO | +3,09 |
| 30. | Erik Seletto | ITA | +3,11 |
| weiter: | |||
| 38. | Andreas Buder | AUT | +3,64 |
| 39. | Thomas Graggaber | AUT | +3,67 |
