Mittwoch, 11. Dezember 2002

Schwimm-Team abonnierte bei Kurzbahn-EM Rang 7

  • Zahrl & Jukic im Finale, Podoprigora im Semifinale jeweils 7.

Die Schwimm-Europameisterschaften auf der Kurzbahn in Riesa haben für Österreichs Team am Donnerstag erfreulich begonnen. Mit Petra Zahrl, Mirna Jukic und Maxim Podoprigora verbuchte die VÖS-Equipe drei Final-Qualifikationen. Schon am Donnerstag Nachmittag wurde Jukic über 50 m Brust ebenso Siebente wie Zahrl über 200 m Delfin. Vera Lischka belegte im Brust-Sprint Rang elf.

Für die positiven Überraschungen sorgten Jukic und Podoprigora. Die Europameisterin verbesserte im Semifinale ihre seit dem Antwerpener EM-Finale 2001 bestehende Bestleistung um vier Hundertstel auf 31,57 Sekunden, nur eineinhalb Stunden später schaffte sie in ihrem dritten Brust-Sprint an diesem Tag "nur" 31,82, womit sie wie in Antwerpen Siebente wurde. "Mein Ziel hab' ich aber erreicht. Ich wollte eine neue Bestzeit schwimmen, ob im Semifinale oder Finale ist ja egal", sagte die 16-Jährige.

Noch wichtiger ist ihr Abschneiden über 50 m in Hinblick auf die 200 m am Freitag. Im Vergleich zum Weltcup vor zehn Tagen in Schanghai steigerte sich Jukic auf dem 50er um eine halbe Sekunde. "Das heißt, dass ich über die 200 auch schneller sein müsste." 200-m-Favoritin Emma Igelström zeigte hingegen leichte Schwächen, auch wenn sie ihren 50-m-Titel erfolgreich verteidigte. Doch sie lag in 30,89 nur 1/100 vor der Frühstart-Verdächtigen aus Südafrika stammenden Neo-Deutschen Sarah Poewe und verpasste den Final-Einzug über 200 m Lagen klar.

Freuen durfte sich auch Podoprigora, nimmt er doch am Freitag erstmals an einem EM-Finale über 100 m teil. Der Wiener kam in 1:00,52 Minuten als Siebenter weiter und verdrängte damit u.a. den italienischen Olympiasieger Domenico Fiovaranti aus den Top Acht. "Das ist schon sehr schön, dass ich da dabei bin. Vor allem war das im Semifinale ein perfekter Test für die 200 m. Im Vorlauf hab' ich noch zu viel an die Beine gedacht und zu viele Züge gemacht", hatte der 24-Jährige seine Lehren aus dem Vormittagsrennen gezogen.

Vor dem Startsprung hatte sich der Vizeweltmeister dann besonders lange konzentriert und in Folge die Anweisungen von Trainer Andrzej Szarzynski umgesetzt. Der Coach hatte sich seinen Schützling vor dem Semifinale zur Brust genommen und ihm ins Gewissen geredet. "Die Technik war im Vorlauf schlecht, er hat auf den vier Längen acht, zehn, elf und elf Züge gemacht. Im Semifinale waren's sieben, acht, neun und neun. Das ist viel besser. Jetzt kann er im Finale als erster Österreicher unter einer Minute schwimmen", meinte Szarzynski.

Unter den zugegeben hoch gesteckten Erwartungen blieb Zahrl. Über ihre Paradestrecke war sie auf eine Medaille los gegangen, doch in 2:10,16 Minuten reichte es dann nur zu ihrer zweitbesten je erreichten Zeit. "Es hat von Anfang an weh getan und überhaupt hab' ich zu langsam angefangen", erklärte die HSZ-Angehörige und Trainer Kurt Dittrich konkretisierte: "Sie hätte den ersten 100er um eine Sekunde schneller angehen müssen. Vom Potenzial her hat sie 2:08 drinnen, vielleicht ist es ja eine Kopfsache."

2:08,40 reichten für Bronze, doch dieses Edelmetall wird's für Zahrl bei dieser EM höchstwahrscheinlich nicht mehr geben. Dittrich korrigierte seine leisen Medaillenhoffnungen über 800 m Kraul am Freitag nach dem Delfin-Finale, über 400 m Kraul und 100 m Delfin hat Zahrl ja noch weniger Chancen. "Vielleicht lässt sie auf dem 800er die Eine oder Andere hinter sich und wird Sechste oder Siebente. Und vielleicht werden wir uns künftig überhaupt mehr auf Kraul verlegen", zog der Betreuer seine ersten Analysen.

Lischka ist draußen
Lischka war zur Zeit von Zahrls Finale schon auf dem Sprung zur Heimfahrt, für sie war im Brust-Sprint-Semifinale in 32,03 Endstation. Elf Tage vorher war die Linzerin beim Turnier der Nationen noch auf 31,61 gekommen. "Das ist mir unverständlich, aber in Wien war es auch ein perfektes Rennen. Mir fehlt offenbar noch die Stabilität", resümierte die 25-Jährige, will deswegen aber nicht aufgeben. Mit meiner Bestzeit von 31,16 ist man ja voll dabei, das spornt an. Bis zur EM 2004 in Wien mache ich sicher noch weiter."

Daumen halten für Nadarajah und Draxler
Am Freitag Vormittag steigen Fabienne Nadarajah und Judith Draxler über 50 m Delfin in die EM ein, außerdem bestreitet Jukic ihren 200-m-Brust-Vorlauf. Bereits fix am Nachmittag schwimmt Zahrl in der schnelleren Gruppe ihren 800-m-Zeitlauf und Podoprigora bestreitet das 100-m-Brust-Finale.

11.12.2002 14:23