Montag, 9. Dezember 2002

Alle 6 Riesa-Starter mit gewissen Medaillenchancen

  • Jukic und Podoprigora um Gold
  • PLUS: Die österreichischen Teilnehmer & das Programm

Der Aufschwung im österreichischen Schwimmsport soll sich in dieser Woche in der deutschen Stadt Riesa fortsetzen. Bei den 10. Kurzbahn-Europameisterschaften sind von Donnerstag bis Sonntag zwar nur sechs Aktive im Einsatz, das Potenzial dieses Teams ist aber beachtlich. Mit Maxim Podoprigora stellt man einen Titelverteidiger, mit Mirna Jukic eine Langbahn- und mit Vera Lischka eine Ex-Europameisterin. Dazu kommt das aussichtsreiche Damen-Trio Judith Draxler, Fabienne Nadarajah und Petra Zahrl.

Thomas Gangel, Generalsekretär des Österreichischen Schwimm-Verbandes (VÖS), kann mit dem relativ kleinen Aufgebot gut leben. Bei der EM im Sommer in Berlin waren ja noch elf Österreicher dabei. "Wir haben die Limits bewusst so angesetzt, dass nur Leute mit Final-Chancen dabei sind. Wir haben ein sehr starkes Team in Riesa", erklärt Gangel. Tatsächlich sollte für jeden des Sextetts zumindest eine Final-Teilnahme möglich sein und es müsste schon viel schief laufen, sollte man am nächsten Montag ohne Medaille zurückkehren.

Podoprigora will Gold über 200 m Brust
Damit es wie 2001 in Antwerpen zu Gold reicht, ist natürlich auch von der internationalen Besetzung und vom Glück abhängig. Podoprigora konzentriert sich jedenfalls wieder ganz auf die 200 m Brust, die am Schlusstag stattfinden. Zum Einschwimmen startet der 24-Jährige über 50 und 100 m Brust. Bei seinem Weltcup-Sieg Anfang des Monats in Schanghai tankte Podoprigora viel Motivation, auch wenn er noch 3,8 Sekunden über seiner Bestmarke geblieben ist. "Das kann ich bei der EM wett machen", ist sich der ASV-Wien-Athlet sicher.

Formaufbau bei Jukic stimmt
Jukic blieb im Weltcup ohne Sieg, doch sie kam bei ihren neun Starts stets ins Finale und erzielte da mehrheitlich sehr gute Zeiten. Der Formaufbau bei Österreichs "Sportlerin des Jahres" scheint zu stimmen, die 16-Jährige hat von Antwerpen Silber über 100 und 200 m Brust zu verteidigen. Diesmal könnte es freilich über 200 m wie in Berlin mit Gold klappen. Mit Titelverteidigerin Anne Poleska und der 19-jährigen gebürtigen Südafrikanerin Sarah Poewe stellen u.a. aber gleich zwei deutsche Rivalinnen ebenfalls diesen Anspruch.

Coach von Zahrl optimistisch
Mit Spannung darf man das Abschneiden von Zahrl erwarten. Die Wienerin versucht sich in vier Bewerben, wobei die 200 m Delfin als ihre Parade-Disziplin gleich zum Auftakt auf dem Programm stehen. Danach geht's für die 21-Jährige noch über 800 und 400 m Kraul sowie über 100 m Delfin. Zahrls vor kurzem beim Turnier der Nationen in Wien geschwommenen Zeiten mit zwei tollen VÖS-Rekorden deuten auf EM-Spitzenplätze hin, Coach Kurt Dittrich sieht seinen Schützling im Plan: "Wir haben bewusst voll auf die EM hin gearbeitet."

Draxler bisher ohne Medaille
Der Rest des VÖS-Aufgebots kommt aus dem Sprint-Lager. Judith Draxler war schon bei der Kurzbahn-EM-Premiere 1991 in Gelsenkirchen dabei, die mittlerweile 32-Jährige startet wie damals über 50 m Kraul und Delfin. Die Konkurrenz auf diesen Strecken ist sehr groß, die Steirerin stählte sich für diese Herausforderung mit Extra-Einheiten in der Kraftkammer und einem Aufenthalt im Hamburger Strömungskanal. Draxler schwimmt ihrer ersten Medaille noch hinterher, diverse fünfte Plätze auf EM- und WM-Ebene waren bisher das Maximum des Evergreens.

Nadarajah hofft auf 50 m Delfin
Nadarajah bestreitet zwar auch noch den Rückensprint, vor allem über 50 m Delfin hat sich die 17-Jährige aber viel vorgenommen. "Von Rang vier bis acht ist da alles möglich", so die Wienerin, die aber nicht von einer Medaille spricht. Mit ihrer derzeitigen VÖS-Bestmarke von 27,05 Sek. hätte sie in Antwerpen Bronze geholt, diesmal muss man für einen Podestrang aber sicher eine gute 26er-Zeit schwimmen. Das ist Nadarajah freilich zuzutrauen.

Internationales Comeback von Lischka
Schließlich gibt Lischka nach einer langwierigen Schulterverletzung nach einem Jahr Pause ihr internationales Comeback. Die ohne Coach trainierende Linzerin konzentriert sich auf die 50 m Brust. "Mein Ziel ist eine Medaille", steckt sich die "Bronzene" vom Vorjahr ein hohes Ziel. Unabhängig vom Sportlichen soll es übrigens am Samstag einen VÖS-Höhepunkt geben, hat doch der Europäische Verband (LEN) für diesen Tag die Unterzeichnung des Vertrags über die Ausrichtung der Kurzbahn-EM 2004 in Wien angesetzt.

9.12.2002 08:59